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Eine Spritze geben

Die typische "Spritze", die Patienten von medizinischem Personal bekommen, ist etwas, das man eine "subkutane Injektion" nennt. Diese Injektionen können Impfungen oder Medikamente wie etwa Insulin oder Morphium direkt in das Unterhautfettgewebe bringen, wo sie vom Körper aufgenommen werden. Vergleichen mit anderen Arten der Medikamentenverabreichung enthalten subkutane Spritzen im Allgemeinen kleine Flüssigkeitsmengen und werden langsam und nach und nach aufgenommen. Manchmal werden Patienten angewiesen, sich diese Spritzen selbst zu gebe, was oft bei Diabetespatienten der Fall ist, denen Insulin verschrieben wurde. Um zu lernen, wie man eine Spritze verabreicht, siehe Schritt 1, um loszulegen!

 

1

Stell eine sterile Arbeitsumgebung sicher! Spritzen dringen in die wichtigste Verteidigung des Körpers gegen Krankheiten ein – die Haut. Daher muss Vorsorge getroffen werden, um die Übertragung von Keimen zu verhindern, die Infektionen verursachen. Fang damit an, den Bereich, an dem du deine Materialien vorbereitest, mit Wasser und Seife abzuwischen! Wasche, trockne und desinfiziere deine Hände gründlich!

 

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Such deine Materialien zusammen! Leg auf einem sauberen, desinfizierten Tablett, Tisch oder einer Arbeitsplatte das zu injizierende Medikament, Wattebäusche, Pflaster, Alkoholtupfer und eine versiegelte Einwegspritze mit einer unbenutzten Kanüle aus! Achte zusätzlich darauf, dass du einen Entsorgungsbehälter für scharfe/spitze/kontaminierte Gegenstände in der Nähe hast!
  • Vielleicht legst du vorher lieber ein Blatt steriles Papier aus, um leichter saubermachen zu können.
  • Ein Trick, den Ärzte anwenden, ist ihre Instrumente in der Reihenfolge hinzulegen, in der sie sie benutzen. In diesem Fall würdest du deine Alkoholtupfer dir am nächsten bereitlegen, gefolgt vom Medikament, der Spritze und Kanüle, dann zum Schluss Wattebäusche und/oder Pflaster.

 

3
Zieh sterile Handschuhe an! Selbst obwohl deine Hände sorgfältig gewaschen wurden, ist es klug, als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme sterile Einweghandschuhe zu tragen. Falls du zu irgendeinem Zeitpunkt einen unsauberen Gegenstand oder eine Oberfläche berührst, dir dein Auge reibst, dich kratzt usw., wirf deine Handschuhe weg und ersetze sie!
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Überprüfe deine Dosierung! Manche Medikamente können sehr präzise Dosierungen haben, welche, falls sie überschritten werden, Nebenwirkungen oder sogar ernste Probleme verursachen. Achte bevor du weitermachst, darauf, dass du genau weißt, wie viel Medizin du in der Spritze verabreichen musst – diese Information sollte von dem Arzt gegeben und/oder auf dem Rezept angegeben sein.
  • Achte außerdem darauf, dass deine Spritze groß genug ist, um deine Dosis darin unterzubringen, und dass du genügend von dem Medikament hast, um die volle Dosis zu geben!

 

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Such eine Injektionsstelle aus! Da subkutane Injektionen in die Fettschicht unterhalb der Haut gegeben werden, wähle eine Stelle, an der sich Fettgewebe ansammelt! Diese Stellen sind unter anderem die Rückseiten deiner Arme, deine Seiten, dein Unterbauch (mindestens 2,5 cm von deinem Bauchnabel entfernt) und deine Oberschenkel.
  • Such die eine Stelle aus, die mindestens 2,5 cm von deiner letzen Injektionsstelle entfernt ist, besonders wenn du häufig Injektionen bekommst! Diese Sicherheitspraktik nennt sich "Rotation". "Rotation" macht man, um Lipodystrophie zu vermeiden, einen Zustand, bei dem kontinuierlich an derselben Stelle gegebene Spritzen zu klumpigem, beschädigtem Fleisch in der betreffenden Gegend führen.
    • Rotation ist sehr wichtig für Diabetespatienten, weil Lipodystrophie bei wiederholten Insulininjektionen leicht auftreten kann, da die wiederholte Aufnahme von Insulin ein Schrumpfen des Fettgewebes an der Stelle verursacht, was du Vertiefungen in der Haut führt. Dies ist unumkehrbar, also ist die beste Behandlung gegen diese übliche Komplikation Vorbeugung.

 

1
Entferne die Kappe von dem Fläschchen! Gewöhnlich sind Medikamente, die per subkutaner Injektion gegeben werden, in kleinen Fläschchen mit einem Äußeren Deckel und einem inneren Gummipfropfen. Nimm den Deckel von dem Fläschchen und desinfiziere das obere Gummi mit einem in Alkohol getränkten Wattetupfer oder einem Alkoholtuch!
2
Öffne deine versiegelte Spritze! Moderne subkutane Injektionen werden mit versigelten Einwegkanülen gegeben, um das Infektionsrisiko zu senken. Nimm Kanüle und Spritze aus der Verpackung! Behandle die Nadel und Spritze von diesem Moment an mit Vorsicht! Falls die Nadel irgendetwas berührt, das nicht sterilisiert wurde, riskiere keine Infektion, indem du sie weiterhin für die Injektion verwendest! Ersetze sie stattdessen durch eine neue!
  • Falls an deiner Spritze keine Kanüle ist, musst du die Kanüle vorsichtig auf das Ende der Spritze aufstecken und/oder festschrauben. Tu dies "bevor" du die Kappe der Nadel abnimmst!
3
Nimm die Kappe von der Nadel! Greif nach der Schutzkappe der Kanüle, indem du sie fest nach außen ziehst! Berühre die Nadel weder jetzt noch an irgendeinem Punkt während der folgenden Schritte! Geh vorsichtig mit der Nadel um!
4
Zieh den Spritzenbolzen bis zur gewünschten Dosierung! Der Kolben der Spritze hat ein Dosierungsmaß an der Seite – Richte den Bolzen nach dem präzisen Maß für deine Dosierung aus! Wenn du dies tust, wird Luft in die Spritze gezogen.
5
Führe die Nadel in das Fläschchen ein! Stell das Fläschchen auf eine flache Unterlage und stich die Nadel vorsichtig durch ihren Gummipfropfen, so dass die Nadelspitze innerhalb des Fläschchens ist!
6
Drück den Bolzen! Drück den Bolzen herunter – tu dies vorsichtig, aber bestimmt! Lass keinerlei Luft in der Spritze! Diese Aktion drückt Luft in das Fläschchen.
  • Luft in das Fläschchen zu füllen dient einem wichtigen Zweck – indem du Luft in das Fläschchen tust, erhöhst du den Luftdruck im Fläschchen, was es einfacher macht, die korrekte Dosis aufzuziehen, weil die zusätzliche Luft dabei hilft, die Flüssigkeit heraus zu "schieben".

 

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Nimm das Fläschchen hoch! Halte das Fläschchen vorsichtig in einer Hand und die Spritze in der anderen! Dreh das Fläschchen mit der Nadel noch darin in der Luft über Kopf! Die Spritze sollte unterhalb des auf dem Kopf stehenden Fläschchens sein, wobei ihre Nadel nach oben hinein zeigt.
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Zieh deine Dosis auf! Zieh den Bolzen zu dir, um die Spritze mit deiner verschriebenen Dosis zu füllen! Mach notfalls kleinere Anpassungen, indem du vorsichtig am Bolzen ziehst oder schiebst, um sicher zu stellen, dass die Menge an Medizin in der Spritze genau richtig ist!
  • Wenn du fertig bist, nimm die Kanüle aus dem Fläschchen! Stell das Fläschchen für zukünftige Dosen beiseite oder entsorge es in einem ordentlichen Behälter für medizinischen Abfall!

 

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Saug die Spritze an! Luftblasen in den Körper zu injizieren kann dich dem Risiko einer Gas-Embolie aussetzen, die, wenn auch selten, potentiell lebensgefährlich sein kann. Daher ist es wichtig, sicher zu stellen, dass keine Blasen in der Spritze sind, bevor man eine Injektion gibt. Dies wird in einem Vorgang namens Aspiration gemacht. Halte die Spritze mit der Nadel nach oben und schnipse an die Seiten der Spritze, um etwaige Blasen nach oben steigen zu lassen! Wenn du alle Blasen in der Spritze entfernt hast, drück den Bolzen vorsichtig herunter, bis alle Luft die Spritze verlässt! Du kannst aufhören, wenn du einen winzigen tropfen Flüssigkeit aus der Nadelspitze kommen siehst.
Spritze geben
1
Desinfiziere die Injektionsstelle! Wisch deine gewählte Injektionsstelle mit einem in Alkohol getränkten Wattetupfer oder einem sterilen, abgepackten Alkoholtuch ab! Alkohol tötet Keime und Mikroorganismen auf der Haut ab, was das Risiko reduziert, dass die Nadel sie unter die Haut trägt.
2
Halte die Spritze mit einer Hand! Drück dein Fleisch mit der anderen Hand zusammen, wo die Spritze gegeben wird! Dies verursacht eine "Beule" im Fettgewebe, die dir eine dickere Stelle zum sicheren Injizieren gibt.
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Steck die Nadel in einem 45-Grad-Winkel in die Haut! Halte die Spritze wie einen Dartpfeil und stich die Kanüle schnell, um ausgedehnten Schmerz zu vermeiden, aber nicht mit Gewalt in die Stelle, die du zusammengekniffen hast!
  • Du kannst die Nadel auch in einer 90-Grad-Position oder im rechten Winkel einführen. Bei kleinen Kindern oder Patienten mit wenig subkutanem Fett jedoch ist ein 45-Grad-Winkel vorzuziehen, weil ein 90-Grad-Winkel die Nadel zu tief gehen und den Muskel des Patienten treffen lassen könnte.
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Überprüfe, ob Blut kommt! Lass die Hautfalte los! Zieh den Bolzen mit der Kanüle in deiner Haut zurück! Falls du Blut in deine Spritze ziehst, fang von vorn an und such eine andere Injektionsstelle aus, da dies anzeigt, dass du eine Vene oder Arterie getroffen hast! Subkutane Medikamente sind dazu gedacht, ins Fettgewebe verabreicht zu werden - sie direkt in den Blutstrom zu entlassen kann bewirken, dass sie zu schnell freigesetzt werden.
5
Verabreiche das Medikament! Entlasse das Medikament in die subkutane Schicht, indem du den Bolzen langsam herunterdrückst! Drück in stetigem, kontrolliertem Tempo! Geringe Unannehmlichkeiten sind an dieser Stelle normal.
6
Nimm die Kanüle aus deiner subkutanen Gewebeschicht! Zieh die Nadel vorsichtig aber forsch aus deiner Haut! Während du das tust, drückst du lieber mit einem Wattetupfer auf die Einstichstelle - dies kann die Haut davor bewahren, mit der Nadel hochgezogen zu werden, was schmerzhaft sein kann.
7
Verbinde die Injektionsstelle! Leg einen Wattetupfer auf deine Einstichstelle! Falls gewünscht, kannst du ein Pflaster benutzen, um ihn an seinem Platz zu halten, oder du kannst ihn selbst festhalten, wobei du aufpasst, deine Wunde nicht zu berühren, und ihn wegwerfen, wenn die Blutung aufhört.
8
Entsorge die Wattetupfer, die Kanüle und die Spritze angemessen in dafür vorgesehenen medizinischen Abfallbehältern! Reinige deinen Arbeitsplatz und räum deine Instrumente weg!
  • Wirf niemals medizinischen Abfall, insbesondere keine Kanülen in den normalen Müll! Dies kann potentiell tödliche Krankheiten aus dem Blut verbreiten.

 

Warnungen

  • Lies immer die Aufschrift auf dem Medikament, bevor du die Injektion verabreichst, um sicher zu stellen, dass es das verschriebene ist!
  • Gib keine Injektion mit einem Medikament, das über dem Haltbarkeitsdatum ist! Überprüfe das Medikament in der Flasche auf Verfärbungen sowie auf Partikel in der Flüssigkeit!

Was du brauchst

  • Wattetupfer
  • Alkohol
  • Kanüle
  • Spritze
  • Metallbehälter
  • Seife
  • Wasser
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Kopfschmerz

Als Kopfschmerz (Cephalgie, Kephalgie, Kephalalgie, Zephalgie, Cephalaea, umgangssprachlich Brummschädel) werden Schmerzempfindungen im Bereich des Kopfes bezeichnet. Sie beruhen auf der Reizung von schmerzempfindlichen Kopforganen (Schädel, Hirnhäute, Blutgefäße im Gehirn, Hirnnerven, oberste Spinalnerven). Die eigentliche Gehirnsubstanz (ein Teil des Zentralnervensystems) ist nicht schmerzempfindlich.

Epidemiologie


Kopfschmerzkarikatur

Kopfschmerzen gehören neben Rückenschmerzen zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen: Etwa vier bis fünf Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter täglichen und ca. 70 Prozent leiden unter anfallsweisen oder chronischen (immer wiederkehrenden) Kopfschmerzen. In einer großen deutschen Studie über 14 Jahre gaben etwa 60 % der Befragten an, Kopfschmerzen gehabt zu haben. Dabei zeigte sich, dass gehäuft Frauen und Bewohner von Städten über 50.000 Einwohner an Kopfschmerzen leiden.

Dabei entfallen über 90 Prozent der Kopfschmerzerkrankungen auf die beiden primären Kopfschmerzformen Migräne und Spannungskopfschmerzen, die auch kombiniert auftreten können. Zu den primären Kopfschmerzen gehört auch der Cluster-Kopfschmerz und der medikamentenassoziierte Kopfschmerz. Gemeinsam haben sie, dass bei bildgebender Diagnostik kein sichtbares Korrelat gefunden werden kann.

Bei den primären Kopfschmerzen ist der Schmerz selbst die Erkrankung. Ihre Ursache ist immer noch nicht genau bekannt und kann deshalb auch nicht immer beseitigt werden. Die Vorbeugung zielt darauf hin, bekannte Auslöser und Faktoren für die Entstehung zu vermeiden. Die Behandlung besteht in einer schnellen und anhaltenden Schmerzlinderung.

Sekundäre, das heißt als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung auftretende Kopfschmerzen sind wesentlich seltener. Sie müssen aber gut beobachtet werden, und ihre Ursachen müssen gegebenenfalls schnell beseitigt werden. Eine Ursache für sekundären Kopfschmerz kann zum Beispiel eine sogenannte craniomandibuläre Dysfunktion sein, bei der durch Zahnfehlstellung und Fehlstellung der Kiefer Verspannungen entstehen, die zu Kopfschmerzen und auch zu Rückenschmerzen führen können.

Unterteilung

Der heutigen Medizin sind über 250 verschiedene Arten von Kopfschmerzen bekannt. Im Jahre 2013 wurde die dritte Auflage der internationalen Kopfschmerzklassifikation in einer Betaversion mit 367 Hauptdiagnosen publiziert.

Bis zum Jahre 1960 gab es weltweit keine internationale, akzeptierte und einheitlich verwendete Klassifikationsgrundlage von Kopfschmerzen. Erst im Jahre 1962 publizierte ein Ad-Hoc-Komitee des National Institute of Health erstmals eine Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen. Grundlage dieser Klassifikation war eine primär ätiologische Herangehensweise. Man versuchte, abgrenzbare Kopfschmerzursachen verschiedenen diagnostischen Gruppen zuzuordnen. Die Kopfschmerzerkrankungen waren durch kurze Glossardefinitionen charakterisiert. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (International Headache Society, IHS) wurde im Jahre 1982 gegründet. Im Jahre 1985 wurde von der IHS ein Kopfschmerzklassifikationskomitee eingerichtet, das eine internationale konsensfähige Kopfschmerzklassifikation erarbeiten sollte. In Subkomitees wurden operationalisierte Kriterien auf der Basis empirischer Befunde und, falls diese nicht vorhanden war, auf der Basis von Konsensbildungen zwischen den Experten aufgestellt. Im Jahre 1988 wurde erstmals eine Kopfschmerzklassifikation auf der Grundlage solcher operationalisierter diagnostischer Kriterien publiziert, die Classification and diagnostic criteria for headache disorders, cranial neuralgias, and facial pain, ICHD-1. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Kopfschmerzklassifikation der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft übernommen und in die ICD-10 sowie in die ICD-10 NA (NA: Neurological Application) aufgenommen. Die 2. Auflage der Internationalen Kopfschmerzklassifikation, International Classification of Headache Disorders (ICHD-2), erschien im Januar 2004.Im Juli 2013 folgte die 3. Auflage (IHS-ICHD-3 Beta).

Es erfolgt eine Gliederung der Kopfschmerzen einerseits nach ihrer Ursache, andererseits nach ihrer Art, wobei die klinische Unterteilung nicht streng getrennt erfolgt.

Nach der Ursache

  • primär: Migräne, Cluster-Kopfschmerz und andere trigemino-autonome Kopfschmerzerkrankungen, Spannungskopfschmerz
  • sekundär: Kopfschmerzen nach Trauma, bei intrakraniellen Tumoren, Blutungen usw.

Nach der Art

  • Migräne (mit Unterformen)
  • Spannungskopfschmerz
  • Cluster-Kopfschmerz (Bing-Horton-Syndrom)
  • Medikamenteninduzierter Kopfschmerz
  • Kopfschmerzen bei Halswirbelsäulen-Erkrankungen (insbes. degenerativ, C2-Syndrom)
  • Kopfschmerzen nach einem Halswirbelsäulen-Trauma
  • Glaukomanfall (auch das kann (lokalisierte) Kopfschmerzen verursachen)
  • Gesichtsschmerzen (Trigeminusneuralgie, Zoster ophthalmicus, atypischer Gesichtsschmerz usw.)
  • Riesenzellarteriitis
  • Subarachnoidalblutung
  • Sexualkopfschmerz
  • Kopfschmerzen bei Nebenhöhlenentzündungen

Therapie

Durch die vielen verschiedenen Formen von Kopfschmerzen ist auch die Therapie sehr vielfältig. In der Selbstmedikation stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung, man hat hier ein großes Angebot aus dem Bereich der pflanzlichen, homöopathischen wie auch chemischen Medikation.

  • Pflanzlich: Der Klassiker ist hier das Pfefferminzöl, es wird äußerlich angewendet, kann ab dem 6. Lebensjahr sowie auch in der Schwangerschaft genutzt werden.
  • Chemisch: Bei der medikamentösen Therapie sind die vier gebräuchlichsten Wirkstoffe gegen Kopfschmerzen Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen sowie Propyphenazon. Auf Grund der Nebenwirkungen und auch der Interaktionen mit anderen Arzneimitteln sollte eine Absprache mit einem Arzt oder Apotheker erfolgen.
  • Spannungskopfschmerzen: Zur Spannungskopfschmerz-Therapie gehören auch Wärmeanwendungen, Massagen und Dehnübungen. Spannungskopfschmerzen entstehen z. T. dann, wenn sich die Verspannung der Nackenmuskulatur bis in den Kopfbereich fortsetzen. In diesem Fall hilft es, die Muskulatur zu lockern.
  • Migräne: In der Migränetherapie sollte vorerst immer eine Absprache mit dem Arzt erfolgen, ob es sich wirklich um eine Migräne handelt. Auch hier gibt es mehrere Wirkstoffe zur Auswahl, eine spezifische Wirkstoffgruppe sind die Triptane.

Bei anfallsartigem Kopfschmerz, Cluster- Kopfschmerz, Kopfschmerz der länger als 3 Tage andauert, Kopfschmerz in Zusammenhang mit Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerz bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion, Kopfschmerz in Zusammenhang mit der Einnahme anderer Medikamente sowie bei Kindern unter 7 Jahren sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Seltenere Kopfschmerzformen

  • benigner Hustenkopfschmerz: Dauert weniger als 60 Sekunden; meist beidseitig vorhanden mit einem Schwerpunkt am Hinterkopf.
  • benigner Anstrengungskopfschmerz: In Verbindung mit (starker) körperlicher Anstrengung auftretender, beidseitiger pochender Kopfschmerz, der fakultativ von vegetativen Symptomen begleitet ist (Übelkeit, Erbrechen), kann bis zu 24 Stunden andauern.
  • (post)koitaler Kopfschmerz: Ein dumpfer, pulsierender, beidseitiger, meist okzipital lokalisierter Kopfschmerz während oder nach dem Geschlechtsverkehr, kann für Minuten bis Tage bestehen. Wichtigste Differentialdiagnose, die unbedingt ausgeschlossen werden muss (durch bildgebende Verfahren und klinische Untersuchung) ist die Subarachnoidalblutung.
  • Dialysekopfschmerz: Tritt während bzw. nach einer Dialysebehandlung auf und ist gut mit Paracetamol zu therapieren.
  • Hemicrania continua beschreibt einen dauerhaften, halbseitigen Kopfschmerz, der gut auf Indometacin und Acetylsalicylsäure reagiert.
  • Kältekopfschmerz/„Ice-Cream Headache“ wird durch einen Kältereiz am Gaumen ausgelöst und ist ein meist temporal lokalisierter Kopfschmerz von 20 bis 30 Sekunden Dauer. Umgangssprachlich „Hirnfrost“ genannt.
  • Dissektion extra- und intrakranieller Gefäße: Kopfschmerzen, die eine für das dissezierte Gefäß charakteristische Lokalisation haben: innere Halsschlagader (A. carotis interna) temporal und am Hals einseitig; Wirbelkörperarterie (A. vertebralis): am Hinterkopf, Rückseite des Halses; Hirnstammarterie (A. basilaris): ringförmig um den gesamten Schädel ziehend. Dissektionen, v. a. der A. vertebralis, bedürfen der sofortigen neurologischen Abklärung. Chirotherapie (Einrenken) darf bei Verdacht auf eine Dissektion nicht durchgeführt werden.
  • Postpunktioneller Kopfschmerz: Meist lageabhängiger Kopfschmerz am Hinterkopf und/oder Stirn der 24 bis 48 Stunden nach einer Liquorpunktion auftritt.
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Blutblasen behandeln

Blutblasen werden durch Hauttraumata, wie z.B. starke Quetschungen, hervorgerufen. Das Ergebnis ist eine rote, mit Flüssigkeit gefüllte Beule, die bei Berührung sehr schmerzhaft sein kann. Die meisten Blutblasen sind zwar harmlos und bilden sich irgendwann von selbst zurück, trotzdem ist es wichtig zu wissen, wie man sie behandelt, um die Beschwerden zu verringern und einer Infektion vorzubeugen. Es gibt eine Reihe an Schritten, die du selbst zu Hause durchführen kannst, um sicherzustellen, dass die Blase komplett abheilt.

Nimm Druck von der Blutblase. Beginne damit, dass du jeglichen Druck von der Blase nimmst und frische Luft herankommen lässt. Du solltest sicherstellen, dass nichts gegen die Blase reibt oder sie zusammendrückt. Sie der frischen Luft auszusetzen, lässt den natürlichen Heilprozess beginnen. Wenn sie nicht unter Druck steht, bleibt sie intakt und die Chance, dass sie aufreißt oder platzt und sich infiziert, ist viel geringer.

Falls die Wunde direkt nach dem Unfall sehr schmerzt, lege einen Eisbeutel darauf. Eiskompressen können 10 bis 30 Minuten lang auf die betroffene Stelle gelegt werden. Du kannst dadurch den Schmerz reduzieren und die Blase abkühlen, wenn sie heiß ist und pocht. Du kannst auch danach regelmäßig Eis auf die Blase legen, nicht nur direkt nach der Verletzung.
  • Gib das Eis nicht direkt auf die Haut, sonst kann es einen Kältebrand verursachen. Lege stattdessen ein Handtuch zwischen das Eis und die Haut, um die verletzte Stelle zu schützen.
  • Um den Schmerz und die Schwellung zu lindern, trage vorsichtig Aloe Vera Gel auf die Blase aufUnter normalen Umständen solltest du die Blutblase niemals aufstechen. Es mag verlockend sein, aber durch das Aufstechen der Blase kann eine Infektion entstehen und der natürliche Heilungsprozess deines Körpers verzögert werden. Falls sich die Blutblase am Fuß befindet, versuche, nicht zu viel Druck darauf auszuüben.

Setze die Blase der Luft aus. Die meisten Blasen heilen mit der Zeit von selbst, aber halte die Stelle sauber und trocken, damit der Heilungsprozess so schnell wie möglich abläuft. Sie der Luft auszusetzen unterstützt zusätzlich den Heilungsprozess und senkt zudem die Gefahr einer Infektion.

Reduziere Reibung und Druck. Wenn du eine Blutblase an einer Stelle hast, die oft Reibung ausgesetzt ist, wie z.B. an deiner Ferse oder einem Zeh, triff Vorsichtsmaßnahmen, um die Reibung auf der Blase zu minimieren. Sie wird sonst Gefahr laufen zu reißen oder aufzubrechen, wenn sie viel Reibung ausgesetzt ist, wie z.B. wenn sie oft gegen eine andere Fläche, wie gegen einen Schuh, reibt. Ein Pflaster zu verwenden ist die einfachste Art, um die Blase zu schützen.
  • Du kannst bestimmte Pflaster in Donut-Form kaufen, die zwar die Reibung reduzieren, die Blase aber trotzdem freigelegt lassen, damit sie schneller heilen kann.
Schütze sie mit einem Verband. Blasen an den Händen oder Füßen, die ständiger Reibung ausgesetzt sind, kann man zusätzlich durch einen lockeren Verband schützen. Verbände verringern den Druck auf die Blase und reduzieren die Reibung, die beiden entscheidenden Dinge, damit die Blase schneller heilt und die Chance auf eine Infektion verringert wird. Verwende einen sterilen Verband und wechsle ihn regelmäßig.
  • Bevor du den Verband anlegst, säubere die Blase und den umliegenden Bereich.

Fahre mit der Behandlung der Blutblase fort, bis die Stelle vollständig verheilt ist. Wenn die Blase außergewöhnlich groß ist, lasse dir einen Termin bei einem Arzt geben. Solche Blasen müssen mitunter drainiert (entleert) werden, am besten unter ärztlicher Aufsicht, damit es nicht zu einer Infektion kommt.

Entscheide, ob es das Beste ist, die Blase zu öffnen. Auch wenn Blutblasen von selbst verheilen, und auch in den meisten Fällen in Ruhe gelassen werden sollten, gibt es manchmal Fälle, in denen eine Drainage die beste Lösung ist. Zum Beispiel, wenn sich viel Blut in ihr ansammelt und sie sehr schmerzt. Oder wenn sie so groß wird, dass sie von selbst aufplatzen könnte. Denke sorgfältig darüber nach, ob die Blase wirklich geöffnet werden muss und bleibe im Zweifelsfall auf der sicheren Seite.
  • Das ist besonders wichtig bei Blutblasen, welche eine sorgfältigere Behandlung als normale Blasen erfordern.
  • Wenn du dich dazu entschließt, sie zu öffnen, musst du dabei vorsichtig und methodisch vorgehen, um die Gefahr einer Infektion zu minimieren.
  • Aufgrund der Gefahr einer Infektion, solltest du niemals eine Blutblase öffnen, wenn du unter HIV, einer Herzkrankheit oder Krebs leidest.
  • Bereite dich auf das Aufstechen der Blutblase vor. Wenn du dich dazu entschließt, die Blutblase zu öffnen, musst du sicherstellen, dass sie sich nicht infiziert. Bevor du beginnst, wasche deine Hände und die Stelle mit der Blase sorgfältig mit Seife und Wasser. Sterilisiere eine Nadel mit Reinigungsalkohol. Du wirst diese Nadel für das Öffnen der Blase verwenden (Verwende keine Stecknadel – sie sind weniger scharf als eine Nadel und haben manchmal Widerhaken am Ende).
  • Stich die Blase auf und lasse sie auslaufen. Durchstich vorsichtig und sanft die Hülle der Blase mit deiner Nadel. Die Flüssigkeit wird beginnen, aus dem Loch zu laufen. Du kannst sanften Druck ausüben, um den Vorgang zu unterstützen.
  • Säubere und verbinde die ausgelaufene Blutblase. Gib jetzt ein Antiseptikum (vorausgesetzt du hast keine Allergien), wie z.B. Betadine®, auf die Blase. Säubere den Bereich um die Blase herum und verbinde sie mit einem sterilen Verband. Nachdem du das getan hast, solltest du versuche die Blase so wenig wie möglich Druck oder Reibung auszusetzen. Um potentielle Infektionen zu verhindern, solltest du die Blase genau beobachten und den Verband regelmäßig wechseln.
Lasse sie vorsichtig auslaufen. Wenn die Blutblase aufgrund von Druck oder Reibung aufreißt oder aufplatzt, musst du schnell handeln, um eine Infektion zu verhindern. Beginne damit, die Blase vorsichtig zu entleeren.

 

  1. Säubere sie und trage ein Antiseptikum auf. Dem sorgfältigen Reinigen des Bereichs, sollte die Auftragung einer antiseptischen Salbe (Allergien-verträglich) folgen, ganz so, als wenn du die Blase selbst geöffnet hättest.Verwende keinen Alkohol und kein Jod direkt auf der Blase, da diese Substanzen den Heilprozess verlangsamen können.
  2. Halte die Haut intakt. Nachdem du die Flüssigkeit hast abfließen lassen, achte darauf, dass die überschüssige Haut intakt bleibt, indem du sie vorsichtig wieder über die freiliegende Stelle streichst. Das schützt die Blase zusätzlich und erleichtert den Heilungsprozess. Reiße die Haut nicht an den Rändern der Blase ab.
  3. Verbinde die Blase mit einem sauberen Verband. Einen sauberen Verband auf die Blase aufzutragen ist sehr wichtig für die Verhinderung von Infektionen. Der Verband sollte ausreichend fest sein, um ein weiteres Verletzen von Blutgefäßen zu verhindern, aber nicht so fest, dass er den Blutfluss in dem Bereich hemmt. Wechsle den Verband täglich, nachdem du jeweils den Bereich gesäubert hast. Du solltest deiner Blutblase eine Woche Zeit geben, um vollständig zu heilen.
  • Achte sorgfältig auf Zeichen einer Infektionen, während du deine Blutblase behandelst. Sollte die Infektion ernst werden, kann dir ein Arzt orale Antibiotika verschreiben, um sie zu behandeln. Es ist sehr wichtig, dass du die Blase gut verbindest und den Bereich sorgfältig säuberst, um einer Infektion vorzubeugen.
    • Solltest du dich allgemein unwohl fühlen, vielleicht mit Fieber oder erhöhter Temperatur, kann das ein Hinweis auf eine Infektion sein.
  • Achte auf stäkere Schmerzen, Schwellung oder Rötung um die Blase herum. Die Zeichen einer Infektion schließen Rötung und Anschwellen des Bereichs mit ein oder Schmerzen, die noch lange nach dem Auftreten der Blase einsetzen und anhalten können. Achte aufmerksam auf diese Anzeichen und ergreife entsprechende Gegenmaßnahmen.
  • Achte auf rote Streifen, die von der Blase ausgehen. Wenn dir von der Blase ausgehende, rote Streifen auffallen, kann das ein Zeichen für eine ernsthafte Infektion sein, die sich auf das Lymphsystem ausgebreitet hat. Lymphangitis tritt oft auf, wenn die Viren oder Bakterien einer infizierten Wunde sich auf das Lymphsystem ausgebreitet haben.
    • Andere Symptome einer Lymphangitis sind u.a. geschwollene Lymphknoten (Drüsen), Schüttelfrost, Fieber, Appetitverlust und allgemeines Unwohlsein.
    • Solltest du diese Symptome haben, kontaktiere sofort einen Arzt.
Achte auf das Austreten von Eiter und Flüssigkeit aus der Blase. Eiter ist ein weiterer Indikator auf eine potentiell infizierte Blutblase. Achte darauf, ob sich gelblicher oder grünlicher Eiter oder eine unklare Flüssigkeit in der Blase ansammelt oder daraus austritt.

 

 

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Schlafstörungen

Der Begriff Schlafstörung (Syn. Agrypnie sowie Insomnie und Hyposomnie) bezeichnet unterschiedlich verursachte Beeinträchtigungen des Schlafes. Ursachen können äußere Faktoren wie nächtlicher Lärm, Verhaltensfaktoren wie z. B. eine problematische Schlafhygiene, oder auch organische Faktoren sein.

 

Die fehlende Erholsamkeit des Schlafes beeinträchtigt kurzfristig die Leistungsfähigkeit und kann mittel- oder langfristig auch zur Verschlechterung oder zum Neuauftreten von Krankheiten führen. Schlafstörungen kommt in jedem Fall dann ein Krankheitswert zu, wenn sie von den Betroffenen auch als krankhaft empfunden werden und Ursache körperlicher oder seelischer Beeinträchtigungen sind. Auch das gegenteilige Schlafverhalten, die Schlafsucht – Fachausdruck Hypersomnie –, kann die Folge sein. Diese wird jedoch in der deutschsprachigen Literatur mehrheitlich nicht unter dem Begriff Schlafstörung subsumiert.

 

Eine Sonderform der Schlafstörungen stellen die Parasomnien dar, bei denen es sich um ein untypisches Verhalten während des Schlafes (mit Störung desselben) handelt, wobei die Betroffenen jedoch nicht aufwachen. Völlige, einer Behandlung nicht zugängliche Schlaflosigkeit, wie sie bei der letalen familiären Insomnie auftritt, verläuft tödlich. Hierbei handelt es sich allerdings um eine extrem seltene Form einer Prionerkrankung (< 1/1 Million), die sich weniger durch die Schlafstörung selbst als durch ein generell vermindertes Vigilanz (= Wachheits-) Niveau am Tage sowie ausgeprägte Beeinträchtigungen der geistigen Fähigkeiten auch im Wachzustand auszeichnet, die weit über die Beschwerden im Rahmen der ansonsten sehr häufigen Ein- und Durchschlafstörungen hinausreicht. Im Gegensatz zur nichtorganischen Insomnie, die mit einer Unfähigkeit einhergeht, auch am Tag einzuschlafen, ist die letale familiäre Insomnie vor allem durch eine vermehrte dauerhafte Einschlafneigung/Schläfrigkeit/Somnolenz (im Gegensatz zu der bei den meisten Insomniepatienten vorhandenen Unfähigkeit am Tage einzuschlafen/einzudösen) gekennzeichnet. Krankhaft gesteigerte Schläfrigkeit am Tage (z. B. über die sog. Epworth-Schläfrigkeitsskala einschätzbar) hat in den meisten Fällen eine behandelbare organische Störung der Schlafqualität zur Ursache. Hierzu gehören vor allem schlafbezogene Atmungs- und Bewegungsstörungen.

 

Zur Unterscheidung der einzelnen Unterformen der Schlafstörungen bedarf es insbesondere einer sorgsamen Erhebung der Krankengeschichte und natürlich meist auch weiterführender Untersuchungen, beispielsweise im Schlaflabor. Die Behandlung orientiert sich im Wesentlichen an den Ursachen. Ist die Schlafstörung beispielsweise Folge einer inneren Erkrankung, so ist deren Therapie vorrangig, ist sie aber beispielsweise ausgelöst durch einen falschen Umgang mit dem Schlaf, so sind eine entsprechende Aufklärung des Patienten darüber und, sofern notwendig, auch eine entsprechende Verhaltenstherapie angezeigt.

 

Begriffsabgrenzung

Agrypnie bezeichnet traditionell die Schlaflosigkeit in der deutschsprachigen Literatur. Der Begriff wurde jedoch in den Vergangenheit mehr und mehr von dem in der angloamerikanischen Literatur gebräuchlicheren und synonym verwendeten Begriff Insomnie (auch Insomnia) verdrängt. Beide Begriffe beschreiben (und beschrieben auch in der Vergangenheit) nicht nur das Fehlen von Schlaf, sondern auch Störungen von Ein- und Durchschlafen, in deren Folge die Betroffenen morgens nicht ausgeschlafen haben. Hyposomnie steht ebenfalls für ein „Zu-wenig“ an Schlaf im Sinne einer Schlaflosigkeit oder „leichten Schlaflosigkeit“. Zusätzlich wird der Begriff Insomnie auch bei völligem Fehlen des Schlafes verwendet, so beispielsweise bei der tödlich verlaufenden fatalen familiären Insomnie.

 

Dyssomnie ist der Oberbegriff für ein gestörtes Schlafverhalten. Dazu gehören sowohl ein „Zuwenig“ als auch ein „Zuviel“ an Schlaf bezüglich Tiefe und Dauer. Der Begriff umfasst also die Schlafstörung und die Schlafsucht.

 

Hypersomnie bezeichnet die Schlaf- oder Bettsucht, bei der das Schlafbedürfnis der Betroffenen zeitlich gesehen deutlich länger ist als das von Normalpersonen. Das Schlafbedürfnis kann dabei auch tagsüber oder anfallsweise auftreten (Katalepsie).

 

Die idiopathische Insomnie ist auch als Insomnie in der Kindheit oder lebenslange Insomnie bekannt. Eine Ursache für diese Krankheitsform ist nicht bekannt.

 

Die Pseudo-, subjektive oder paradoxe Insomnie bezeichnet eine subjektiv erlebte Schlafstörung ohne objektivierbaren Befund. Als weitere Bezeichnung dafür finden sich in der Literatur Fehlwahrnehmung des Schlafzustandes oder der englische Begriff „sleep state misperception“.

Insomnien durch psychische Erkrankungen werden auch als psychiatrische oder bei Depressionen als depressive Insomnien bezeichnet.

Es existieren unterschiedliche Klassifikationen mit dem Ziel, Schlafstörungen schematisch abzubilden. Dieser Prozess ist im Fluss, die Einteilungen waren zum Teil recht kurzlebig oder werden nebeneinander eingesetzt. Ebenfalls ist die Verwendung der im Zusammenhang mit Schlafstörungen verwendeten Begriffe nicht einheitlich. Auch die entsprechende Leitlinie der AWMF wird derzeit überarbeitet.

 

Zur Einteilung der Schlafstörungen liegen beispielsweise folgende Klassifikationssysteme vor:

 

  • ICD-10 (International Classification of Disorders, WHO, 1993)
  • DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, American Psychiatric Association)
  • ICSD (International Classification of Sleep Disorders, 1990), ISCD-R (1997), ICSD-2 (2005)

 

ICD-10

Nach ICD-10 werden Schlafstörungen je nach vermuteter Ursache (psychogen versus organisch) klassifiziert unter

 

  • F51 nichtorganische Schlafstörungen (Kapitel Psychische und Verhaltensstörungen) oder
  • G47 (organische) Schlafstörungen (Kapitel Krankheiten des Nervensystems).

 

Nichtorganische Dyssomnien sind primär psychogene Störungen der Dauer, Qualität oder des Zeitpunktes des Schlafs aufgrund emotionaler Ursachen, die in erheblichem Ausmaß (mindestens dreimal in der Woche über einen Zeitraum von mindestens einem Monat) vorliegen, einen deutlichen Leidensdruck verursachen und/oder sich störend auf die alltägliche Funktionsfähigkeit auswirken (Tagesmüdigkeit):

 

  • nichtorganische Insomnie (F51.0): Hauptmerkmal sind Ein- und Durchschlafstörungen sowie eine schlechte Schlafqualität (nicht erholsamer Schlaf).
  • nichtorganische Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus (F51.2): das Schlaf-Wach-Muster weicht vom gewünschten Schlaf-Wach-Rhythmus ab (der durch die gesellschaftlichen Anforderungen bestimmt ist und von den meisten Personen im Umfeld des Betroffenen geteilt wird), infolgedessen Schlaflosigkeit während der Hauptschlafperiode und Hypersomnie während der Wachperiode.

 

Nichtorganische Parasomnien sind abnorme Episoden, die während des Schlafs auftreten:

 

  • Schlafwandeln (F51.3): wiederholte Episoden (zwei oder mehr), in denen die Betroffenen das Bett während des Schlafs verlassen und mehrere Minuten bis zu einer Stunde umhergehen, meist während des ersten Nachtschlaf-Drittels. Während dieser Episode haben die Betroffenen meist einen leeren, starren Gesichtsausdruck, reagieren kaum auf andere Personen und sind nur unter großen Mühen aufzuwecken. Nach dem Erwachen erinnern sich die Betroffenen nicht an die Episode (Amnesie), ansonsten besteht nach dem Aufwachen (außer einer kurzen Phase von Verwirrung oder Desorientiertheit) keine Beeinträchtigung der geistigen Aktivität oder des Verhaltens.
  • Nachtangst (Pavor nocturnus) (F51.4): wiederholte Episoden (zwei oder mehr), in denen die Betroffenen (meist im ersten Schlafdrittel) aus dem Schlaf mit einem Panikschrei aufwachen, einhergehend mit heftiger Angst, Körperbewegungen und vegetativer Übererregtheit (Tachykardie, schneller Atmung, Schweißausbruch). Bemühungen anderer Personen, während der Episode auf den Betroffenen einzuwirken, bleiben ohne Erfolg bzw. haben Desorientiertheit und perseverierende Bewegungen zur Folge. Eine Episode dauert bis zu 10 Minuten.
  • Albträume (F51.5.): Das Aufwachen aus dem Nachtschlaf oder dem Nachmittagschlaf mit detaillierter und lebhafter Erinnerung an heftige Angstträume. Diese haben meistens Bedrohungen des eigenen Lebens, der Sicherheit oder des Selbstwertgefühls zum Inhalt und verursachen bei den Betroffenen einen erheblichen Leidensdruck. Nach dem Aufwachen aus dem Angsttraum sind die Betroffenen rasch orientiert und wach.

 

Als organisch bedingte Schlafstörungen werden Ein- und Durchschlafstörungen (G47.0), Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus’ (G47.2) und Schlafapnoe (G47.3) aufgeführt.

 

Das DSM-IV unterteilt – im Gegensatz zum ICD-10 – die Schlafstörungen nicht nach psychogener und organischer Ursache, sondern danach, ob die Schlafstörung primär vorhanden oder die Folge eines anderen Faktors sekundär ist, beispielsweise aufgrund einer anderen psychischen Erkrankung, eines medizinischen Krankheitsfaktors oder einer Substanzeinnahme.

 

Primäre Schlafstörungen werden dabei in Dyssomnien und Parasomnien unterteilt. Zu den Dyssomnien zählen die primäre Insomnie (Schlaflosigkeit), die atmungsgebundene Schlafstörung (sofern nicht durch eine andere Erkrankung oder eine Substanzeinnahme bedingt) und die Schlafstörung aufgrund einer Störung des circadianan Rhythmus. Zu den Parasomnien gehören die Schlafstörung mit Albträumen, der Pavor nocturnus und die Schlafstörung mit Schlafwandeln (Somnambulismus).

 

Des Weiteren wird unterteilt in Schlafstörungen, die im Zusammenhang mit einer anderen psychischen Störung auftreten: solchen, die aufgrund eines medizinischen Krankheitsgeschehens vorkommen, und solchen, die im Zusammenhang stehen mit der Einnahme einer psychotropen Substanz wie Alkohol, Amphetamin, Koffein, Kokain, Opiat oder von Medikamenten (substanzinduzierte Schlafstörung).

 

ICSD-2

Nach der internationalen Klassifikation der Schlafstörungen (ICSD-2) von 2005 können Schlafstörungen in 8 Gruppen eingeteilt werden. Dazu gehören Insomnien (mit verschiedener Ursache), schlafbezogene Atmungsstörungen (z. B. Schlafapnoe), Zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen (wie bei Schichtarbeit oder Jetlag), Parasomnien (z. B. Schlafwandeln, Pavor nocturnus, Albträume), schlafbezogene Bewegungsstörungen (z. B. Restless-Legs-Syndrom, Bruxismus), isolierte Symptome, augenscheinlich normale Varianten, und ungeklärte Probleme (z. B. Schnarchen, Sprechen im Schlaf) und andere Schlafstörungen (z. B. umweltbedingte Schlafstörung, Lärm). Als achte Gruppe führt die ICSD-2 auch die Schlafsucht (Hypersomnie) zentralen Ursprungs auf, nicht bedingt durch circadiane Rhythmusstörungen, schlafbezogene Atmungsstörungen oder andere Ursachen einer Störung des Schlafverhaltens.

 

Leitsymptom der Schlafstörung ist die fehlende Erholsamkeit des Schlafes. Unter diesem Begriff werden verzögertes Einschlafen, gestörtes Durchschlafen und zu frühes Erwachen subsumiert. Bei einem unerquicklichen Schlaf kann auch tagsüber eine mehr oder minder intensive Schläfrigkeit auftreten, in deren Rahmen Wachheit und die Fähigkeit zu ausdauernder Aufmerksamkeit (Vigilanz) herabgesetzt sind. Zusätzlich können die Betroffenen auch tagsüber einem nicht immer gleich stark ausgeprägten Drang ausgesetzt sein einzuschlafen. Als weitere typische Symptome gelten Reizbarkeit, Ruhelosigkeit, Angst und andere allgemein mit Müdigkeit zusammenhängende Symptome vom Leistungsknick bis hin zu Wesensänderung. In schweren Fällen kommt es insbesondere durch diese Symptome auch zu Beeinträchtigungen der sozialen und beruflichen Situation der Patienten.

 

Die Erscheinungen müssen mindestens einen Monat lang an drei Tagen einer Woche auftreten, um ihnen einen Krankheitswert zumessen zu können. Ist der Schlaf dabei nicht erholsam, kommt es tagsüber zu Beeinträchtigungen von Leistungsfähigkeit und Befindlichkeit und sie werden als schwer bezeichnet. Konkret sollte ein gesunder Mensch mindestens 30 Minuten nach dem Bettgang einschlafen, nicht früher als 30 Minuten nach dem Einschlafen wach sein (bei älteren Personen bis zu 2 Std.) und nicht vor 5:00 Uhr morgens aufwachen (ohne wieder einschlafen zu können).

 

Sehr ähnlich zeigen sich klinisch die idiopathische, die gelernte und manchmal auch die Pseudo-Insomnie, weshalb beide oft nur schwer zu unterscheiden sind.

 

Typisch für Atemstörungen während des Schlafes (Schlafapnoe-Syndrom) sind zusätzlich nächtliche Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Fettleibigkeit, lautes und unregelmäßiges Schnarchen mit Atempausen, unruhiger Schlaf sowie Beeinträchtigungen von Libido und Potenz.

 

Bei der Pseudo-Insomnie korrelieren die klinischen Befunde wie etwa die Leistungsminderung nicht mit der vom Patienten erlebten Störung des Schlafes. Die Betroffenen leiden jedoch vermehrt unter Angst, insbesondere um die eigene Gesundheit und Depressionen. Zudem haben sie ein erhöhtes Risiko für den Missbrauch von Arzneimitteln oder anderen Substanzen.

 

Das fast nur bei Männern auftretende Schenk-Syndrom birgt ein erhebliches Gefahrenpotenzial. Wird beispielsweise der Bettpartner für einen Angreifer gehalten, so kann dieser dabei verletzt werden und es kommt dabei statistisch gesehen in etwa zwei Drittel der Fälle zu Fremd-, in etwa einem Drittel der Fälle zu Selbstgefährdung – in 7 % treten sogar Knochenbrüche auf.

 

Störungen des Tiefschlafes (sie werden anhand eines Mangels an Delta-Wellen im Elektroenzephalogramm erkannt) gelten insbesondere bei älteren Männern als Ursache eines Bluthochdruckes.

 

Schlafmangel gilt zudem bei Erwachsenen und Kindern als Risikofaktor für die Entstehung von Übergewicht (siehe hierzu: Adipositas#Schlafgewohnheiten).

 

Verbreitung

Die Erwartung der meisten Menschen an einen guten, erholsamen Schlaf ist einfach: Sie möchten schnell einschlafen, gut durchschlafen und morgens „voller Elan“ aufwachen. Mehr oder minder ausgeprägte Störungen des Schlafes sind ein häufiges, vom Patienten subjektiv wahrgenommenes und beurteiltes Phänomen. Schon wer nicht jeden Morgen gut erholt aufwacht, kann das in manchen Fällen als Schlafstörung empfinden. Die Häufigkeit des Auftretens in der Bevölkerung ist letztlich davon abhängig, wie man Schlafstörung definiert. Sie reicht von knapp 4 % bis zu etwa 35 %. Die Frage, ab welchem Zeitpunkt ein gestörter Schlaf aus medizinischer Sicht als krankhafte Schlafstörung zu bezeichnen ist, kann daher nicht allgemeingültig beantwortet werden. In der Praxis ist jedoch anzunehmen, dass etwa 20 bis 30 % aller Menschen in den westlichen Industrieländern mehr oder weniger ausgeprägte Schlafstörungen haben. Bei etwa 15 % bestehen dabei auch tagsüber Müdigkeit und eine allgemeine Einschränkung der Leistungsfähigkeit, sodass hier eine Behandlung angezeigt ist.Nennenswerte Schlafstörungen allein durch schlechte Schlafgewohnheiten weisen etwa 2 % aller Heranwachsenden und jungen Erwachsenen auf. Objektivierbare Störungen der Schlaf-Wach-Rhythmus sind selten, ein zu später Zeitpunkt für das Einschlafen, das sogenannte verzögerte Schlafphasensyndrom, findet sich bei etwa 0,1 % der Bevölkerung, ein zu früher (vorverlagertes Schlafphasensyndrom) bei etwa 1 %.

 

Typischerweise wachen ältere Menschen mehrmals in der Nacht auf und haben insgesamt einen leichteren Schlaf (geringere Weckschwelle). Diese Veränderungen alleine werden allerdings von der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen nicht als krankhaft empfunden. Als wesentliche Einflussfaktoren gelten gleichzeitig bestehende Beeinträchtigungen der Gesundheit sowie die Einflüsse von Umwelt und sozialer Situation. Auffälligkeiten während des Schlafens (Parasomnien) treten gehäuft im Kindesalter auf. Eine charakteristischerweise erst nach dem 60. Lebensjahr (knapp 90 %) auftretende Parasomnie ist bei Männern (knapp 90 %) das relativ seltene (0,5 % der Bevölkerung) Schenk-Syndrom. 100 % aller Menschen durchleben irgendwann einen Albtraum, etwa 5 % aller Erwachsenen entwickeln aufgrund von Albträumen einen erheblichen Leidensdruck. Etwa 1 bis 4 % leiden an Schlafwandeln, Schlafstörungen durch nächtliches Essen oder Trinken oder Nachtangst.Etwa jede dritte Schlafstörung, bezogen auf die Gesamtbevölkerung geschätzte 3 %, ist durch eine Erkrankung aus dem psychiatrischen Formenkreis bedingt, beispielsweise durch eine Depression.

 

Die akute, durch Stress kurzfristig ausgelöste Schlafstörung betrifft jährlich geschätzt knapp 20 % aller Personen und kann in allen Altersschichten auftreten, bevorzugt jedoch bei älteren Personen und bei Frauen. Die psychophysiologische (erlernte) Schlafstörung betrifft etwa 1–2 % der Bevölkerung. Recht selten (etwa 5 % aller Schlafgestörten) ist auch die sogenannte Pseudo-Insomnie, bei der die Betroffenen nur das Gefühl haben, schlecht zu schlafen, dies jedoch nicht objektivierbar ist.

 

Die idiopathische oder auch lebenslange Insomnie ohne bekannte Ursache betrifft weniger als 1 % aller Kinder und jungen Erwachsenen.Die angeborene tödliche familiäre Schlaflosigkeit tritt bei weniger als einer von 1 Million Personen auf.

 

Schlafstörungen bei Kindern

Übersicht

Grundsätzlich kann es bei Kindern im Wesentlichen zu den gleichen Arten von Schlafstörungen kommen wie bei Erwachsenen. Allerdings machen in dieser Altersgruppe die Parasomnien einen größeren Anteil aus. Dazu zählt auch die Frühgeborenenapnoe, ein Krankheitsbild, das auf die Unreife des Atemzentrums im Hirnstamm zurückgeführt wird. Obwohl es vornehmlich untergewichtige Frühgeborene betrifft (Auftreten bei etwa 85 % aller unter 1000 g), spielt es auch im Alltag eine Rolle. So ist anzunehmen, dass etwa 2 % aller zeitgerecht und gesund geborenen Kinder in den ersten sechs Lebensmonaten mindestens einmal eine Episode von mindestens 30 Sekunden langem Atemstillstand und mindestens 20 Sekunden langem Abfall der Herzfrequenz auf unter 60 Schläge pro Minute durchleben. Weitere für das Kindesalter typische Parasomnien sind das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom und das primäre alveoläre Hypoventilationssyndrom. Ein weiteres, nur bei Kindern auftretendes Phänomen ist der gutartige Schlafmyoklonus.

 

Schlafwandeln und Pavor nocturnus

Eine herausragende Stellung nimmt aufgrund seines häufigen Auftretens bei Kindern das ebenfalls zur Gruppe der Parasomnien zählende Schlaf- oder Nachtwandeln ein. Fast ein Drittel aller Kinder zwischen 4 und 6 Jahren und etwa 17 % aller Kinder bis zur Pubertät sind davon betroffen. Das Kind kann sich dabei aufsetzen, umherschauen, sprechen, rufen oder schreiben und sogar in manchen Fällen auch aus dem Bett hüpfen und herumlaufen. Da es dabei natürlich noch tief schläft, kann es nur schwer geweckt werden, reagiert danach ungeordnet aggressiv und erinnert sich nicht mehr an den Vorfall. Viele Kinder (über 17 %) sind vor dem 11. Lebensjahr von dem auch als Schlaf- oder Nachtterror bekannten Pavor nocturnus betroffen. Diese meist nur wenige Minuten dauernde Störung ist nicht in allen Fällen streng vom Schlafwandeln abzugrenzen und imponiert durch ein typischerweise mit einem Schrei beginnenden teilweisen Erwachen aus dem Tiefschlaf heraus. Auch dabei kann es sein, dass die Kinder aus dem Bett springen. Charakteristisch für den Nachtterror ist eine intensive, vom Kind durchlebte Angst, die von einer Aktivierung des autonomen Nervensystems mit beschleunigtem Herzschlag und ebensolcher Atmung sowie Rötung der Haut begleitet ist. Bei beiden Formen der Schlafstörung gelten Faktoren wie Schlafmangel, Stress und Fieber als Auslöser. Beide treten familiär gehäuft auf und verlieren sich meist im Erwachsenenalter.

 

Ein- und Durchschlafprobleme

Auch bei der verhaltensabhängigen Insomnie in der Kindheit (im Fachjargon: Protodyssomnie) stellen Ein- und Durchschlafstörungen die Leitsymptome dar. Dabei sind zwei Hauptgruppen zu unterschieden. Der sleep onset association type (übersetzt etwa der „Organisiertes-Einschlafen-Typ“) braucht beispielsweise gewisse Objekte und Rituale, um Schlaf zu finden. Beim limit-setting type (übersetzt etwa der „Typ, dem man erzieherische Grenzen setzen muss“) führt eine übertrieben großzügige Erziehung zu einer Verweigerungshaltung des Kindes, die letztlich ebenfalls in Schlafstörungen gipfelt.In der Fach- und Ratgeberliteratur dominieren hinsichtlich der verhaltensabhängigen Insomnien heute zwei Lehren: Manche forschungsorientierten Autoren, darunter z. B. Richard Ferber, führen die Insomnie vieler Kinder auf deren erziehungsbedingtes Unvermögen zurück, sich selbst zu beruhigen, und empfehlen den Eltern solcher Kinder, die Fähigkeit, aus eigener Kraft in den Schlaf zu finden, sanft, aber konsequent zu trainieren, damit das Kind vom oft exzessiven elterlichen Mikromanagement der Kindesmüdigkeit unabhängig werden kann. Andere dagegen, besonders Anhänger des Attachment Parenting wie William Sears, halten Insomnien für angstbedingt und empfehlen Co-Sleeping.

 

(→ Hauptartikel Schlaftraining, Emotionale Störungen des Kindesalters, Exzessives Schreien im Säuglingsalter, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und Störung des Sozialverhaltens)

 

Die klinischen Symptome durch Schlafstörungen sind bei Kindern sehr ähnlich denen der Erwachsenen. Hinzu kommt jedoch, dass dabei nicht nur das Kind, sondern auch die Eltern erheblich leiden. So können negative, aggressiv besetzte Emotionen dem Kind gegenüber entstehen, oder es kann sogar die elterliche Partnerschaft bedroht sein.

Unterschiedliche, zu einer Schlafstörung führende Ursachen bewirken, dass der Schlaf eben nicht erholsam ist. Verantwortlich dafür sind Veränderungen von Dauer oder Ablauf desselben. Konkrete Messgrößen, ab wann ein Schlaf nicht mehr erholsam ist, existieren nicht. Bezüglich der Schlafdauer formuliert die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin in der AWMF-Leitlinie: „Es gibt keine verbindliche zeitliche Norm für die Menge an Schlaf, die erforderlich ist, eine Erholsamkeit zu gewährleisten. Die meisten Menschen kennen aus eigener Erfahrung die Schlafmenge“. Ebenso wenig gibt es konkrete, allgemeingültige Normierungen für den Ablauf des Schlafes, also beispielsweise wann, wie häufig und wie lange die einzelnen Schlafphasen vorhanden sein müssen, damit ein Nachtschlaf erquicklich ist.

 

Schlafstörungen, für die keine Ursache gefunden werden kann, werden auch als primär oder idiopathisch bezeichnet, solche, bei denen nachvollziehbare Gründe erkannt werden können, weshalb der Schlaf in Dauer und Ablauf gestört wird, als sekundär. Eine Sonderform ist die Parasomnie.

 

Ergänzend können auch noch extrinsische und intrinsische Störungen unterschieden werden. Zu ersteren zählen alle Ursachen, die außerhalb des Körpers des Patienten ihren Ursprung haben wie Alkohol, Schlafmangel oder Umwelteinflüsse. Möglicherweise zählt ebenfalls die Strahlung von Mobiltelefonen dazu. Auch Beeinträchtigungen des circadianen Schlafrhythmus wie Jetlag (Zeitzonenwechsel) und das Schlafphasensyndrom (vorverlagert oder verzögert) zählen meist dazu. Als intrinsisch werden beispielsweise die primäre Insomnie, das Schlaf-Apnoe-Syndrom und das Restless-Legs-Syndrom bezeichnet.

 

Eine weitere Besonderheit ist die Pseudo-Insomnie. Bei dieser Fehlwahrnehmung des Schlafzustandes verläuft der Nachtschlaf im Schlaflabor völlig regelmäßig und normal, die Betroffenen haben aber beim Erwachen das Gefühl, nicht oder nur schlecht geschlafen zu haben.

 

Krankheitsentstehung

→ zu den „Hypothesen zur Funktion des Schlafs“ siehe auch den gleichnamigen Abschnitt im Hauptartikel Schlaf

 

Entscheidend ist letztlich die Frage, was an dem einen Schlaf erholsam ist und was den anderen davon abhält, es zu sein. Um erquickend zu sein, muss er jedenfalls ausreichend lang sein und einen möglichst ungestörten Ablauf aufweisen. Insbesondere auch die Tiefschlafphasen müssen in ausreichendem Maße vorhanden sein. Bei depressiven Patienten beispielsweise sind sie deutlich reduziert. Die Betroffenen wachen nachts öfter auf als gesunde Personen, der REM-Schlaf tritt nicht nur vermehrt und verfrüht auf, sondern ist auch von besonders intensiven Augenbewegungen begleitet. 90 % aller Depressiven haben keinen erholsamen Schlaf.Die tödliche familiäre Schlaflosigkeit ist darüber hinaus charakterisiert durch einen zunehmenden Verlust an K-Komplexen und Delta-Wellen. Auch der REM-Schlaf kann bei ihr verändert sein.

 

Bei der gelernten Insomnie konnten ein gestörter Ablauf des Schlafes (verzögertes Einschlafen, mehr leichter Schlaf und weniger Tiefschlaf), eine vermehrte Ausschüttung von Cortisol und Interleukin-6, die Veränderung anatomischer Strukturen im Gehirn sowie tagsüber eine normale oder erhöhte Einschlafneigung gefunden werden.

 

Die idiopathische Insomnie imponiert – in manchen Fällen schon im Kindesalter – mit einer verlängerten Zeitspanne bis zum Einschlafen, vermehrtem Wachliegen nachts und folglich mit einer Verkürzung der gesamten Schlafzeit. Ergänzend sind die Tiefschlafphasen (Stadien III und IV) im Vergleich zum leichten Schlaf (Stadien I und II) deutlich vermindert.

 


 

Das in aller Regel nur im fortgeschrittenen Erwachsenenalter auftretende Schenk-Syndrom ist charakterisiert durch ein intensives Ausleben von Trauminhalten über Angriffe, Verteidigung und Flucht. Dabei wird im Schlaflabor ein erhöhter Tonus des Kinnmuskels, nicht selten von Arm- oder Beinbewegungen begleitet, gefunden. Albträume führen typischerweise zu unmittelbarem Erwachen, begleitet von vegetativen Symptomen wie raschem Herzschlag, beschleunigter Atmung und übermäßiger Schweißproduktion. Beide Auffälligkeiten finden sich vornehmlich in der zweiten Nachthälfte. Auch bei der Schlafstörung durch nächtliches Essen oder Trinken kommt es vermehrt zum Aufwachen aus dem NREM-Schlaf. Zu Einschlaf- oder Durchschlafstörungen kommt es auch bei nächtlichem Sodbrennen im Rahmen einer Refluxkrankheit. Auch beim Restless-Legs-Syndrom stören die dauernden unwillkürlichen Bewegungen die Architektur des Schlafes empfindlich.

 

Bei der zentralen Schlafapnoe bei Cheyne-Stokes-Atmung, einer Unterform des Schlafapnoe-Syndroms, tritt die Atemstörung besonders bei leichtem Schlaf (Stadien I und II) auf, ist jedoch in den Tiefschlafphasen (Stadien III und IV) und im REM-Schlaf deutlich vermindert oder fehlt völlig. Durch eine dabei auftretende Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff führt sie gehäuft zum Erwachen. Der Schlaf wird fragmentiert, wobei auch die Tiefschlafphasen seltener werden und der Schlaf seine Erholsamkeit verliert. Bei einer weiteren Unterform, der zentralen Schlafapnoe bei höhenbedingter periodischer Atmung (tritt oberhalb 4000 m auf) findet sich ebenfalls eine Reduzierung des Tiefschlafes zugunsten des leichten Schlafes. Gleichartige Ergebnisse finden sich auch bei anderen Krankheitsbildern aus dem Formenkreis der Schlafapnoe.

 

Im Falle von Zeitverschiebungen, wie sie bei Schichtarbeit oder Flugreisen auftreten, beeinflussen der Hell-Dunkel-Rhythmus der Tageszeiten, der circadiane Rhythmus zahlreicher Körperfunktionen und die dem Menschen als tagaktives Wesen angeborenen „Uhrgene“ den Ablauf des Schlafes (→ Hauptartikel Jetlag). Auch hierbei nimmt der Tiefschlaf an Zeitdauer und Ausprägung ab. Für die ähnlich, aber chronisch verlaufenden Änderungen der Einschlafzeiten werden Veranlagung, langfristige Störungen des Hell-Dunkel-Rhythmus’, mangelhafte Schlafhygiene und die Kompensation ungenügender Schlafmengen an vorangegangenen Tagen diskutiert.

 

Im Gegensatz zu den anderen Formen von Schlafstörungen fehlen bei der Pseudo-Insomnie objektivierbare Befunde im Schlaflabor. Die Betroffenen nehmen dennoch ihren Schlaf als nicht erholsam wahr.

 

Primäre und sekundäre Insomnie

Hauptartikel: Primäre Insomnie

 

Die primäre Insomnie ist dadurch definiert, dass eben keine konkreten Ursachen gefunden werden.

 

Ursächlich für die sekundäre, also erworbene Insomnie sind beispielsweise Krankheiten oder Substanzen, die einen entsprechend negativen Einfluss auf die Schlafphasen haben. Recht einfach nachvollziehbar ist das bei Erkrankungen wie der gutartigen Vergrößerung der Vorsteherdrüse oder der Herzinsuffizienz, die zu häufigem nächtlichen Wasserlassen führen können. Dadurch wird der Nachtschlaf mehrfach unterbrochen und verliert an Erholsamkeit.

 

Ähnlich leicht nachvollziehbar ist das auch bei kurzfristigen Veränderungen der inneren Uhr und damit des Schlaf-Wach-Rhythmus (→ Hauptartikel  Jetlag), wobei – umgangssprachlich ausgedrückt – der Nachtschlaf zum Mittagsschlaf wird und damit einen anderen Ablauf aufweist (beispielsweise weniger Tiefschlafphasen). Analoge Veränderungen zeigen sich auch bei der Schichtarbeit, wenn die eigentliche Schlafenszeit zur Arbeitszeit wird. Seltener, aber ähnlich ist es bei Personen, die einen normalen Schlaf haben, deren innere Uhr aber aus ungeklärten Gründen langfristig nach- oder vorgeht (chronische Schlaf-Wach-Rhythmus-Störung), die also beispielsweise erst zwischen ein und sechs Uhr morgens einschlafen können und dann bis zum Mittag schlafen müssten, um eine für die Erholung ausreichende Schlafmenge zu erreichen. Bevorzugt bei Blinden, bei denen durch das fehlende Sehvermögen auch der Wechsel von Hell und Dunkel als Taktgeber der inneren Uhr fehlt. Aber auch bei normal sehenden Personen kann eine Verschiebung der Einschlafzeitpunkte von ein bis zwei Stunden täglich nach hinten vorkommen (frei laufender Rhythmus). Jede der drei Formen chronischer Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen kann in gleicher Weise durch Erkrankungen wie beispielsweise Fibromyalgie, Demenz, Persönlichkeits- und Zwangsstörungen oder durch die Einnahme von Medikamenten wie Haloperidol und Fluvoxamin oder von Drogen verursacht sein.

 

Depressionen sind bei der weit überwiegenden Mehrzahl der Patienten mit Schlafstörungen verbunden. Als ursächlich werden dafür ein relatives Überwiegen des cholinergen Systems und eine mangelhafte Funktion des REM-Schlafes angesehen.

 

Stress kann den Nachtschlaf empfindlich beeinträchtigen. Der Stress kann bedingt sein durch Störungen im sozialen Umfeld oder im Beruf (hierzu zählen längerfristige Faktoren, aber auch kurzzeitige wie etwa Bereitschafts- oder Notarztdienstzeiten), aber auch durch Umzug, Veränderungen in der Umgebung beim Schlafen oder Auftreten von schweren körperlichen Erkrankungen sowie im weiteren Sinne auch nach vorausgegangener übermäßiger körperlicher Belastung (→ Hauptartikel  Übertraining). Aufgrund des Stressors grübeln diese Patienten oft tagsüber und werden durch Angst, Traurigkeit und Niedergeschlagenheit beeinträchtigt. Die Beschwerden enden dabei in aller Regel dann, wenn die Umstände für die jeweilige Person keine oder nur noch geringe Bedeutung haben, weshalb diese Form auch als anpassungsbedingte, transiente, passagere oder akute Insomnie bezeichnet wird. Diese stressbedingte Form gilt als häufige Ursache für die als gelernte, chronische, konditionierte, primäre oder psychopathologische bezeichnete Insomnie, bei der die Betroffenen Assoziationen, die den Schlaf beeinträchtigen oder zum Erwachen führen, so stark verinnerlichen, also „lernen“, dass ein erholsamer Schlaf nicht mehr möglich ist. Als einfaches Beispiel sei hier ein Krankenhaus- oder Notarzt genannt, der über Jahrzehnte durch wochenlange Rufbereitschaftsdienste verinnerlicht hat, bei Alarmierung plötzlich und unvermittelt optimal und fehlerfrei zu „funktionieren“ und der so auch außerhalb seiner Dienstzeiten keinen erholsamen Schlaf findet. Langfristig führt auch diese gelernte Insomnie zu Reizbarkeit, Beeinträchtigungen von Stimmung, Leistung, Konzentration, Motivation und Aufmerksamkeit. Typischerweise halten diese Patienten auch tagsüber kein Nickerchen.

 

Eine „starke“ oder „sehr starke“ Hervorrufung von Schlafstörungen beschreibt die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin in der entsprechenden AWMF-Leitlinie für Substanzen wie Alkohol, Koffein, Kokain, Amphetamine (darunter auch Ecstasy, Crystal) und Methylphenidat.

 

Weitere Ursachen sind insbesondere internistische, neurologische und psychiatrische Krankheitsbilder wie Krampfadernleiden, Schilddrüsenüberfunktion, Refluxkrankheit, Schmerzsyndrome, Psychosen, Epilepsie, Demenz und Parkinson-Krankheit, die den Schlaf beeinträchtigen können.

 

Die tödliche familiäre Schlaflosigkeit ist genetisch bedingt.

 

Parasomnie

 

 

Hierbei handelt es sich um während des Schlafes auftretende Phänomene. Dazu gehören beispielsweise Albträume, Bettnässen, Schlafwandeln, Schlaftrunkenheit, Schlafparalyse, unkontrollierte Bewegungen im Schlaf wie das Restless-Legs-Syndrom oder die paroxysmale Dystonie, Zähneknirschen im Schlaf und auch die Nachtangst. Diese Auffälligkeiten beeinflussen die Erholsamkeit des Schlafes zwar nicht per se, unerquicklicher Schlaf ist jedoch häufig dennoch damit einhergehend. Die Symptome können entweder während oder außerhalb des REM-Schlafes und auch davon unabhängig auftreten. Schlafwandeln, Nachtangst und Schlaftrunkenheit zählen als sogenannte Aufwachstörungen zur Gruppe der Parasomnien, genauso wie Störungen des Überganges vom Schlaf- zum Wachzustand wie das Sprechen im Schlaf, Wadenkrämpfe und Einschlafzuckungen oder rhythmische Bewegungen im Schlaf.Als Auslöser für das Schlafwandeln gelten äußere Faktoren wie laute Geräusche, genauso wie beispielsweise Fieber, Schmerz und verschiedene Medikamente und Alkohol. Auch eine erblich bedingte Veränderung an Chromosom 20 (Genort 20q12-q13.12) konnte identifiziert werden. Als Ursache für Albträume gelten nicht nur Faktoren wie Neurotizismus, posttraumatische Belastungsstörung und Stress, sondern auch derzeit noch nicht näher bekannte Veränderungen des Erbgutes. Ähnlich wie beim Schlafwandeln kommt es auch bei den Schlafstörungen durch nächtliches Essen oder Trinken, wie sie immer wieder bei Entzug oder strengem Fasten vorkommen, dazu, dass die Betroffenen ungenügend schlafen.

 

Die Art eines auftretenden Symptoms beeinträchtigt den Schlaf nicht in allen Fällen auf die gleiche Weise. So kann beispielsweise der Schlaf aufgrund eines Albtraumes als nicht erholsam empfunden werden, weil die betroffene Person aus einem emotional negativ erlebten Traum erwachte, Angst vor dem erneuten Auftreten eines derartigen Ereignisses hat oder auch eine Störung der Atmung während des Traumes aufgetreten ist.

 

Beim Schenk-Syndrom ist etwa die Hälfte der Fälle ohne erkennbare Ursache und die andere Hälfte durch sogenannte Synucleinopathien bedingt.

 

Kommt es durch eine Veränderung des Spannungszustandes der Muskulatur an den oberen Luftwegen oder durch eine Störung der zentralen Atemregulation zu Beeinträchtigungen (Hypopnoen) oder einem mehr oder weniger langen Atemstillstand während des Schlafes, so führt das dazu, dass der Körper zeitweise mit zu wenig Sauerstoff versorgt wird. Nicht selten finden sich dabei im Blut auch vermehrt Kohlendioxid oder ein verminderter pH-Wert. Treten diese Beeinträchtigungen zu häufig auf, kommt es dabei auch zu Veränderungen des Ablaufes der Schlafphasen und der Schlaf verliert seine Erholsamkeit. Dies wird als Schlafapnoe-Syndrom bezeichnet. Die gleichen Veränderungen können auch im Rahmen einer Grunderkrankung (beispielsweise Herzinsuffizienz) auftreten und zählen dann zu den „sekundären Schlafstörungen“ (→ Hauptartikel Schlafapnoe-Syndrom).

 

Therapie

Untersuchungsmethoden

Wenn Patienten ärztlichen Rat suchen und dabei über unerquicklichen Schlaf, Störungen beim Ein- oder Durchschlafen, frühes Erwachen oder Schläfrigkeit tagsüber berichten, durch die sie sich erheblich beeinträchtigt fühlen, dann kommen neben einer schlafbezogenen Erkrankung dafür eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Gründe in Betracht.

 

Dazu können falsche Erwartungen an den Schlaf ebenso gehören wie Verhaltensweisen und Lebensumstände, die den Schlaf nicht mehr erholsam sein lassen. In solchen Fällen kann die Aufklärung über richtiges Verhalten im Sinne der Regeln der Schlafhygiene hilfreich sein. Es ist auch abzuklären, ob die Einnahme von Medikamenten oder anderer, den Schlaf beeinträchtigender Substanzen ursächlich ist. In solchen Fällen kann die Umstellung auf andere Medikamente sinnvoll sein. Bei bekanntermaßen suchtauslösenden Stoffen kann dazu eine Entwöhnung notwendig werden. Finden sich Hinweise auf eine sekundäre Schlafstörung, deren Auslöser eine andere bestehende Erkrankung ist, muss die ursächliche Erkrankung entsprechend behandelt werden.

 

Sind bis zu diesem Zeitpunkt keine Ursachen für die Beschwerden erkennbar, so darf eine primäre, behandlungspflichtige Schlafstörung vermutet werden und ein entsprechendes spezifisches Vorgehen bezüglich Diagnostik, Beratung und Behandlung ist angezeigt.

 

Nicht-apparative Untersuchung

Auch am Anfang der Untersuchung in der Schlafmedizin steht die diesbezügliche Erhebung der Krankengeschichte des Patienten. Daraus ergeben sich für den Schlafmediziner Anhaltspunkte für in Betracht kommende Erkrankungen. Weitere Klarheit ergibt die Auswertung eines oder mehrerer spezieller, von den Patienten auszufüllender Fragebögen. In manchen Fällen kommt ein Schlaftagebuch zum Einsatz, das über einen Zeitraum von zwei Wochen durch den Patienten zu führen ist.

 

Es besteht noch Forschungsbedarf hinsichtlich der Erhebung der schlafbezogenen Krankengeschichte und der eingesetzten Fragenkataloge, um allgemein anerkannte Standards zu schaffen.

Vorbeugung

Zu Vorbeugung und Behandlung sind einige Sachverhalte von grundsätzlicher Bedeutung. Da ist einmal die richtige Schlafmenge zu nennen, also die Dauer der Ruhezeit, die eine Person für einen erholsamen Schlaf benötigt. Sie liegt in den Industriestaaten durchschnittlich bei 7 Stunden, kann aber individuell davon abweichen. Daher sollte jeder Patient sie für sich selbst in Erfahrung bringen. Weiterer wichtiger Aspekt ist die richtige Verhaltens- und Umgangsweise mit dem Schlaf, die sogenannte Schlafhygiene. Dazu zählt auch der richtige und zeitgerechte Umgang mit dem Tag-Nacht-Rhythmus.

Behandlung

Ursächliche Erkrankungen sind fachgerecht zu behandeln. Beim Schlaf-Apnoe-Syndrom kann auch der Einsatz einer Überdruckbeatmung notwendig sein. Verschiedene Substanzen wie Arzneimittel und Drogen, aber auch Genussmittel wie Alkoholika, Tabakerzeugnisse oder Kaffee können die Regulation von Schlafen und Wachen empfindlich stören. So führt beispielsweise das Epilepsiemittel Lamotrigin häufiger zu Schlafstörungen als andere Medikamente wie Pregabalin oder Levetiracetam für das gleiche Krankheitsbild. Hier sind eine entsprechende Anpassung der Lebensgewohnheiten oder der notwendigen Medikamentengabe erfolgversprechend.

Zur Behandlung von Schlafstörungen kommen in Deutschland bei etwa 5 % aller Männer und 12 % aller Frauen Schlafmittel zum Einsatz. Dafür zugelassen sind in erster Linie Substanzen aus der Gruppe der Benzodiazepine, (nichtbenzodiazepin-) Hypnotika wie die Z-Medikamente und Chloralhydrat, Opipramol, Antihistaminika sowie pflanzliche Medikamente, die meist Baldrian enthalten. Auch werden in einigen Fällen Antidepressiva, bei denen als zusätzliche Wirkung Schläfrigkeit bekannt ist, oder schwach wirksame Antipsychotika eingesetzt. Empfohlen wird dabei, insbesondere um die Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten und eine Abhängigkeit zu verhindern, die sogenannte Intervalltherapie: Dabei darf der Patient das Medikament an nur 2 oder 3 Tagen pro Woche einnehmen. Insbesondere die Dauereinnahme ist bislang nur ungenügend untersucht. Zudem verstärken in manchen Fällen diese Substanzen langfristig die Schlafstörungen. Insbesondere bei chronischen Schlafstörungen ohne erkennbare organische Ursache sollte daher besonderer Wert auf die Abwägung von Nutzen und Risiko gelegt und auch andere Maßnahmen wie die Optimierung der Schlafhygiene beispielsweise mittels kognitiver Verhaltenstherapie ausgeschöpft werden. Für Patienten über 55 Jahre mit Schlafstörungen ohne bekannte Ursache steht Melatonin, das bei Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus eine gewisse Wirkung zu haben scheint, zur Verfügung. Die derzeitige Studienlage gibt Hinweise darauf, dass auch Baldrian eine gewisse schlaffördernde Wirkung besitzt. Für den Einsatz von Chloralhydrat, Opipramol und Antihistaminika gibt es keinen hochwertigen wissenschaftlichen Nachweis und somit auch keine evidenzbasierte Empfehlung.

 

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Harninkontinenz

Harninkontinenz (lat.: Incontinentia urinae) bezeichnet den Verlust oder das Nichterlernen der Fähigkeit, Urin verlustfrei in der Harnblase zu speichern und selbst Ort und Zeitpunkt der Entleerung zu bestimmen. Laut Definition der Fachgesellschaften liegt eine Inkontinenz offiziell bereits ab einem Tropfen Urinverlust vor.

Dranginkontinenz

Kennzeichnend ist ein so plötzlicher starker Harndrang, dass die Toilette nicht mehr erreicht werden kann. Grund sind Kontraktionen der Blasenleerungs-Muskulatur, häufig verursacht durch lokale entzündliche Prozesse (z. B. Blasenentzündungen), Übergewicht, Diabetes mellitus oder durch Schäden der diese Muskeln steuernden Nerven, wie zum Beispiel bei der Alzheimer-Krankheit, Multiplen Sklerose, Parkinson-Krankheit oder nach einem Schlaganfall.

Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz)

Bei einer Belastungsinkontinenz löst der erhöhte Bauchinnendruck durch Belastung, Pressen aus den verschiedensten Gründen (Heben, Tragen, Treppensteigen, Lachen, Husten, Niesen, Entweichen von Darmgasen) den mehr oder weniger ausgeprägten unfreiwilligen Harnabgang aus.

Es werden drei Schweregrade nach Stamey unterschieden:

1. Grad: Inkontinenz beim Husten, Niesen, Lachen
2. Grad: Inkontinenz bei abrupten Körperbewegungen, beim Aufstehen, Hinsetzen, Heben schwerer Gegenstände
3. Grad: Inkontinenz bei unangestrengten Bewegungen, im Liegen, volle Entleerung im Schlaf

Bei Frauen ist die Belastungsinkontinenz oft Folge mehrfacher Geburten, die zu einer Überdehnung und Erschlaffung von Haltebändern und des Beckenbodens führen. Daraus resultiert eine Senkung (Descensus) der Organe des kleinen Beckens. Dann wirkt ein erhöhter Bauchinnendruck zwar noch in voller Stärke auf die Harnblase, kann aber gleichzeitig die Harnröhre nicht mehr erreichen und deren Verschlussdruck nicht mehr unterstützen. Beim Mann dagegen ist diese Form der Inkontinenz meist Folge einer traumatischen Schädigung des äußeren Blasenschließmuskels durch Operationen (z. B. radikale Prostatektomie) oder Unfälle.

Therapeutisch stehen bei der weiblichen Stressinkontinenz in leichten Fällen konservative Behandlungsmöglichkeiten im Vordergrund. Dazu eignet sich zum Beispiel das Antidepressivum Duloxetin. In schwereren Fällen stehen eine Reihe von operativen Methoden zur Verfügung. 1912 führte Howard Atwood Kelly hierzu eine quere Raffung des Harnblasenhalses durch. Heute wird in erster Linie ein minimal-invasiver Eingriff, die TVT-Operation (Tension-free vaginal tape = spannungsfreies vaginales Band) durchgeführt. Dabei wurden in einer 6-Jahresverlaufsstudie Erfolgsraten von rund 74 Prozent beobachtet. Bei 1,6 % der Frauen musste das Band nach dem Eingriff aufgrund von Komplikationen wieder entfernt werden. Bei rund 5 % der Frauen verblieb trotz der Operation eine Miktionsstörung. Eine niederländische Studie verglich die TVT-Operation mit der Physiotherapie (mit Beckenbodentraining), der konservativen Behandlungsvariante. Die TVT-Operation ist hierbei der Physiotherapie überlegen, auch die Frauen sind zufriedener. Nur etwa eine von 10 Frauen erlitt leichte OP-Komplikationen wie Blutergüsse oder Dranginkontinenz.

Beim Mann kann der Versuch minimal-invasiver Eingriffe am Schließmuskel gemacht werden. In therapieresistenten Fällen kann ein künstlicher Schließmuskel implantiert werden, bei dem mittels Pumpensystem eine um die Harnröhre gelegte aufblasbare Manschette gefüllt bzw. geleert wird. Das Umspritzen der Harnröhre mit Hyaluronsäure führt innerhalb des ersten Jahres bei etwa der Hälfte der Patienten zu einer Verbesserung, der Langzeiterfolg dieser Behandlung ist allerdings gering und die Komplikationsrate hoch. Auch die Verwendung mechanischer Hilfsmittel, wie Penisband/-bändchen oder Okkluder-Vorrichtungen für Inkontinenz, welche äußerlich am Penisschaft angebracht Druck auf die Harnröhre ausüben und so den ungewollten Harnverlust unterbinden, ist eine probate Therapie bei Harninkontinenz.

Mischinkontinenz

Hier sind Drang- und Belastungsinkontinenz kombiniert.

Überlaufinkontinenz

Die Überlaufinkontinenz (auch: Inkontinenz bei chronischer Retention, Ischuria paradoxa oder Incontinentia paradoxa) entsteht durch eine ständig übervolle Harnblase infolge von Abflussstörungen. Da der Binnendruck schließlich den obstruktiven Verschlussdruck übertrifft, kommt es zum ständigen Harnträufeln.

Ursache der Überlaufinkontinenz ist meist die gutartige Prostatavergrößerung, seltener hochgradige Verengungen (Strikturen) der Harnröhre. Ebenfalls können neurologische Erkrankungen mit einer Erschlaffung des Musculus detrusor, wie sie im Rahmen einer Polyneuropathie bei chronisch schlecht eingestelltem Diabetes mellitus oder als Folge einer lower motor neuron-Läsion (LMNL, siehe bei Reflex-Inkontinenz) auftreten kann, zur „Überlaufblase“ führen.

Sehr häufig kommt es infolge einer Überlaufblase zu einem Rückstau des Urins in die Harnleiter und die Nieren mit der Gefahr einer zunehmenden Niereninsuffizienz (Funktionsverlust der Nieren) bis hin zur Urämie (Harnvergiftung).

Die Therapie besteht wenn möglich in einer Ursachenbeseitigung (Prostata, Harnröhre), bei irreversiblen Veränderungen im Einsatz von Dauerkathetern oder dem intermittierenden Selbstkatheterismus.

Reflexinkontinenz

Die Reflexinkontinenz entsteht durch eine Störung oder Zerstörung der vom Gehirn ausgehenden Hemmungsbahnen und damit zu einem Überwiegen der Aktivitätsimpulse des Reflexbogens zwischen Harnblase und Blasenzentrum im Kreuzteil des Rückenmarks (S2–4). Diese führen zu reflexartigen Detrusor-Kontraktionen mit Harnabgang. Ein weiteres Problem besteht in der fehlenden Koordination der beteiligten Muskeln, so dass es häufig zur inkompletten Entleerung mit Restharn kommt (Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie).

Ein solcher Zustand tritt beispielsweise nach einer Querschnittlähmung oberhalb des Blasenzentrums auf (UMNL, upper motor neuron lesion). Degenerative zentralnervöse Veränderungen, etwa bei Multiple Sklerose Erkrankten können den gleichen Effekt zeigen. Bei der LMNL (lower motor neuron lesion) tritt dagegen eine schlaffe, völlig denervierte Blase mit Überlaufinkontinenz auf.

Die Therapie erfolgt vorzugsweise medikamentös. Der intermittierende Selbstkatheterismus ermöglicht eine restharnfreie Entleerung. Oberstes Ziel des Selbstkatheterismus ist neben der Harnentleerung vor allem der Schutz des oberen Harntraktes (Nieren).

Extraurethrale Inkontinenz

Bei der extraurethralen Inkontinenz liegt keine Insuffizienz des Verschlussapparates der Harnröhre (Urethra) vor. Der natürliche Harnausgang wird beispielsweise durch eine angeborene Fehlmündung eines Harnleiters hinter den Schließmuskel, eine Zystozele, Urethrozystozele oder eine verletzungsbedingte Fistel, wie etwa eine Blasen-Mastdarm- oder Blasen-Scheiden-Fistel als Operations- oder Bestrahlungsfolge „umgangen“. Die Therapie erfolgt durch eine operative Korrektur.

Syndrom der überaktiven Blase (engl. overactive bladder, OAB)

Das Syndrom der überaktiven Blase bzw. Reizblase ist keine Inkontinenzform. Wenn Urinverluste im Rahmen des Beschwerdebildes auftreten, spricht man von einer Dranginkontinenz. Der Krankheitsverlauf kann aber auch ohne Urinverlust bestehen und sich in einem unangenehmen & häufigen Harndrang äußern.

Die Krankheitsform ist nach der Nomenklatur der ICS (International Continence Society) definiert durch einen schlagartigen, ununterdrückbaren Harndrang, der die betroffene Person zwingt, unmittelbar eine Toilette aufzusuchen. Die Miktionsfrequenz muss für die OAB bei mindestens 8 × pro 24 Stunden liegen. Es wird unterschieden zwischen der OAB mit Inkontinenz (OAB wet) und ohne Inkontinenz (OAB dry).

Die alte Nomenklatur dazu ist:

  • Sensorische Dranginkontinenz: Hier ist die Wahrnehmung der Blasenfüllung im Sinne eines vorzeitigen Füllungsgefühls, etwa durch eine Entzündung, durch Blasensteine oder Obstruktion der ableitenden Harnwege, gestört.
  • Motorische Dranginkontinenz: Hier sind die efferenten Nervenimpulse zum Musculus detrusor (der für die Entleerung zuständigen Harnblasenmuskulatur) enthemmt, was zu einer vorzeitigen, manchmal krampfartigen Detrusor-Kontraktion führt.

Die OAB kann Folge von Entzündungen der unteren Harnwege (Harnblase, Harnröhre), von obstruktiven (einengenden) Veränderungen wie z. B. Harnröhrenstrikturen, gut- bzw. bösartigen Prostata-Vergrößerungen oder auch von neurologischen Störungen wie z. B. Demenzerkrankungen sein. Bei den meisten betroffenen Patienten wird keine Ursache gefunden.

Die Therapie ist teils kausal, also die Ursache beseitigend, teils aber auch nur symptomatisch, also lediglich die Beschwerden lindernd.

Lachinkontinenz

Lachinkontinenz gilt als eigenständige Form der Harninkontinenz. Typischerweise tritt diese Art der Inkontinenz im Alter von 5 bis 7 Jahren auf und ist besonders häufig bei Mädchen zu Beginn der Pubertät anzutreffen. Beim Lachen verlieren Betroffene die Kontrolle über die Blasenfunktion und es kommt zur vollständigen Entleerung der Blase. Anders als bei anderen Formen der Inkontinenz sind der Blasenapparat und umliegende Organe völlig gesund. Ein Harndrang wird vor dem Einnässen nicht empfunden. Die wirkliche Ursache der Lachinkontinenz ist noch nicht abschließend erforscht, es existieren mehrere Erklärungsansätze. Eine Behandlung kann mit Medikamenten, u. a. Methylphenidat oder durch Physiotherapie, speziell Beckenbodentraining erfolgen.

Psychologische Bedeutung der Inkontinenz

Da die Sauberkeitserziehung einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft hat, führt Inkontinenz häufig zur sozialen Isolation, zumal viele Inkontinenz-Kranke aus Scham sogar die Konsultation eines Arztes (Urologe, Gynäkologe) scheuen. Aus diesem Grund muss von einer hohen Dunkelziffer der Inkontinenz-Betroffenen ausgegangen werden.

Seit 2008 ist zu beobachten, dass mehrere Anbieter von Spezialprodukten ihre Marketing-Strategien umgestellt haben und auf eine Enttabuisierung des Themas hinarbeiten. 2013 startete eine Bewusstseinskampagne, die im Fernsehen für einen offeneren Umgang mit der Erkrankung wirbt.

 

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Degenerative Wirbelsäulenveränderungen behandeln

 

Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule, manchmal als Arthrose bezeichnet, beeinträchtigen die normale Funktion der Wirbelsäule. Obwohl Arthrose meist aufgrund von hohem Alter auftritt, können auch bestimmte Erkrankungen, wie etwa Osteoporose, Spondylose, Osteomyelitis oder ein Tumor der Grund für Wirbelsäuleschmerzen sein. Immer, wenn die Funktion des Knorpelgewebes der Wirbelsäule und der Bandscheiben gestört wird, kann es vorkommen, dass die Wirbelsäule ihre Flexibilität verliert und steif wird. Aufgrund der regenerativen Fähigkeiten der Wirbelsäule sind diese Veränderungen selten nicht mehr umkehrbar. Mithilfe einer schnellen Diagnose und effektiver Behandlung kann die Degeneration meist wirksam beseitigt werden.

 

Medizinische und therapeutische Behandlung aufsuchen

Möglicherweise wirst du an einen Physiotherapeuten verwiesen, bei dem dir die richtigen Methoden, um dich zu bücken und Gegenstände aufzuheben, beigebracht werden. Dies hilft dabei, die Art, wie deine Muskeln sich anspannen und entspannen, zu regulieren.

 

Physiotherapeuten sind Experten für das Bekämpfen von Problemen des Bewegungsapparats und können dir zeigen, wie du deine Erkrankung lebenslang besser handhaben kannst.                                                                                                                                                                                                                                                                                                   

Nimm Medikamente ein, um Osteoporose zu bekämpfen. Osteoporose ist eine der häufigsten Erkrankungen, die sich auf den Knochenaufbau auswirkt und kann zu einer Wirbelsäulendegeneration führen. Osteoporose kann mithilfe von Medikamenten im Griff behalten werden. Allerdings müssen mögliche andere Diagnosen (wie etwa ein Vitamin-D-Mangel oder ein Ungleichgewicht des Parathyroid-Hormonspiegels) abgeklärt werden, bevor die Behandlung von Osteoporose begonnen wird.

 

Nimm Antibiotika ein, um degenerativ wirkende Infektionen zu behandeln. Manche Arten von Infektionen können eine Wirbelsäulendegeneration verursachen und mit Antibiotika behandelt werden. Antibiotika können die Bakterien abtöten, die die Infektion verursachen und der Wirbelsäule ermöglichen, sich zu regenerieren.
Die korrekte Identifizierung des Mikroorganismus, der die Infektion bewirkt, und das Einhalten der Anweisungen, die die antimikrobielle Resistenz dieses Mikroorganismus betreffen, welche mithilfe eines Antibiogramms erschlossen werden kann, sind wesentliche Schritte zur effektiven Entfernung krankheitserregender Bakterien.
Sobald das Bakterium identifiziert wurde sollten strenge Richtlinien, die das Verschreiben der geeigneten Antibiotika, dessen Dosis und die Dauer der Einnahme betreffen, befolgt werden.
Falls festgestellt wird, dass der Erreger, welcher die Symptome verursacht, ein Pilz ist, sollten anhand der oben genannten Richtlinien die geeigneten antimykotischen Präparate verabreicht werden.
Sprich mit deinem Arzt über die Verwendung eines Korsettgürtels, um deinen Rücken zu stützen. Du könntest probieren, ein Korsett (straffen Gürtel) zu tragen, das dabei hilft, den Rücken zu stützen und Schmerzen zu reduzieren. Der Gürtel wird um den Rücken getragen, reicht bis zum Bauch und sollte tagsüber getragen werden, wenn der Patient den Aktivitäten des Alltags nachgeht. Der Gurt wirkt auch, indem er die Belastung der Muskeln und der Wirbelsäule verringert.
Mache eine Termin für eine Tiefen-/schwedische Massage. Manchmal kann eine therapeutische Massage des gesamten Körpers Wunder bewirken. Massagen können den Druck und die Verspannung der Gelenke im Körper lindern. Bei der schwedischen Massage werden klopfende und knetende Streichbewegungen benutzt, um Verspannungen im gesamten Körper zu lindern und zu lösen, indem die schmerzenden Gelenke gelockert werden. Therapeuten verwenden für diese Technik fünf Methoden, einschließlich Streichbewegungen, der Petrissage, der Friktion, dem Tapotement, und der Vibration.
Bei der Petrissage werden die Muskeln sanft ergriffen und angehoben und die Reibung, die von den Fingerspitzen und Daumen erzeugt wird, genutzt, um in großen Kreisen in die Muskeln hineinzuarbeiten.
Tapotement bezeichnet die Verwendung von Klopf- oder Hackbewegungen, um die Muskeln zu bearbeiten.
Bei der Vibration liegen die Finger flach und werden auf einen Muskel gepresst, worauf der Bereich des Körpers in schnellen Bewegungen geschüttelt wird.
Probiere elektrische Stimulation aus. Ein kleines, transkutanes Gerät kann verwendet werden, um elektrische Impulse an dein betroffenes Gelenk zu leiten. Der elektrische Strom stimuliert die Sinnesnerven und das Opioidsystem. Das Opioidsystem besitzt Opioidrezeptoren, die dabei helfen, mithilfe von Kommunikation mit dem Nervensystem, wo sich das Schmerzzentrum befindet, Schmerzen zu lindern.
Lass dir Corticosteroid-Injektionen geben, um Schmerzen und die Entzündung zu lindern. Steroide werden meist in Form einer Injektion in die Zwischenräume der Wirbelsäule, die das Knorpelgewebe trennen, verabreicht. Diese Medikamente wirken, indem sie die Entzündung des Gelenks, welche Unbehagen und Schmerzen verursacht, reduziert.
Diese Injektionen können unangenehm und befremdlich sein, weshalb du darauf achten solltest, dass du auf diesen Vorgang mental vorbereitet bist.
Die Injektionen können sich langfristig auf deine Schmerzen auswirken, jedoch ist dies nicht zwingend der Fall. Ob sie wirken, hängt von der eigentlichen Ursache der Degeneration ab.
Lege warme und kalte Kompressen auf, um zur Schmerzlinderung beizutragen. Versuche, warme Kompressen auf den Rücken aufzulegen, um die Schmerzen zu lindern. Kalte Kompressen können ebenfalls zur Schmerzlinderung verwendet werden. Der Patient kann sich alle 20-25 Minuten zwischen warmen und kalten Kompressen abwechseln.
  • Warme Kompressen helfen dabei, die Muskeln zu entspannen.
    • Du kannst ein Tuch (Flanell) in warmes Wasser tränken und damit den Rücken und Nacken massieren. Dieser Vorgang könnte anfangs schmerzhaft sein, jedoch wird der Schmerz mit der Zeit verringert.
    • Das Auftragen von Wärme kann drei Mal täglich für eine halbe Stunde durchgeführt werden.
  • Kalte Kompressen helfen dabei, den Bereich zu betäuben und die Funktion der Nerven, welche Schmerzsignale an das Hirn weiterleiten, zu beschränken.
    • Der Eisbeutel sollte nicht direkt auf die Haut aufgelegt werden; er sollte in ein Handtuch oder eine Plastiktüte eingewickelt werden.
    • Eine weitere Alternative, die verwendet werden kann, ist eine Packung Tiefkühlerbsen.

 

Erhöhe deine Zufuhr von Vitamin D und Kalzium. Lebensmittel zu essen, die reich an Vitamin D und Kalzium sind, kann dazu beitragen, deine Knochen und Gelenke zu stärken. Die Knochen und Gelenke zu stärken kann wiederum dabei helfen, beschädigte Bereiche der Wirbelsäule zu regenerieren und weitere Degeneration zu vermeiden.
  • Der Tagesbedarf an Kalzium beträgt 200 mg und zu den Lebensmitteln, die den Körper mit Kalzium versorgen, gehören Fisch, Eier, Lebertran, und angereicherte Milch.

Nimm Schmerzmittel ein, um während der Arbeit mit den Schmerzen und der Entzündung zurechtzukommen. Vielen Patienten werden Schmerzmittel verschrieben oder ihnen wird empfohlen, rezeptfreie schmerzlindernde Medikamente auszuprobieren. Diese Arzneimittel wirken, indem sie ein Signal an das Schmerzzentrum im Gehirn senden, um die Schmerzempfindung zu reduzieren.

 

Trage lokal wirkende Salben auf deinen Rücken und Nacken auf, um Schmerzen zu lindern. Örtlich betäubende Salben können auch verschrieben werden, um den Schmerz zu reduzieren. Manche dieser Medikamente sind NSARs und wirken, indem sie die Schmerzrezeptoren blockieren. Örtliche Salben können zur Reduzierung von Schmerzen in begrenzten Bereichen des Körpers effektiver sein als andere Alternativen.
  • Zu ihnen gehört Voltaren-Gel™, welches zwei bis drei Mal täglich auf den Rücken und Nacken aufgetragen werden kann.
  • Zu diesen Medikamenten gehören rezeptfreie Präparate, wie etwa Paracetamol™, und rezeptpflichtige Mittel, wie zum Beispiel Oxycodon™ und Dicodid™.
  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSARs) können auch verwendet werden, um Schmerzen zu reduzieren.
  • Zu diesen gehört Ibuprofen™, welches drei Mal täglich mit einer Dosierung von ein bis zwei Tabletten eingenommen werden kann.
Achte auf dein Gewicht, um die Belastung deines Rückens zu reduzieren. Versuche, falls du übergewichtig bist, Gewicht zu verlieren, und mach es dir zum Ziel, einen optimalen Body Mass Index (BMI) zu erreichen. Der BMI ist ein Maß für das relative Gewicht des Patienten, basierend auf dessen Körpergröße und Gewicht. Ein gesundes Gewicht aufrechtzuerhalten reduziert die Belastung des Rückens und wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Wirbelsäule aus.
  • Der ideale BMI liegt zwischen 18,5-25.

Verstehe, dass das Kräftigen anderer Bereiche deines Körpers dazu beitragen kann, die Schmerzen in deinem Rücken zu lindern und den Rücken zu stärken. Täglich Sport zu treiben kann dabei helfen, deine Muskeln zu kräftigen und deine Beweglichkeit zu erhöhen, um Schmerzen und die Entzündung zu reduzieren. Probiere Übungen aus, die deine allgemeine Gesundheit verbessern können, wie etwa Gehen, Schwimmen oder Wasseraerobics.

 

Führe eine Übung durch, die den Unterleib stärkt. Die Unterleibsmuskeln zu stärken kann dazu beitragen, deinen Rumpf und deine Wirbelsäule zu stabilisieren. Sich regelmäßig die Zeit zu nehmen, um den Rumpf in Form zu bringen, kann eine großartiger Methode sein, die Belastung der Wirbelsäule zu verringern.
  • Lege dich mit dem Rücken auf eine ebene Fläche und halte dabei das Becken und die Wirbelsäule in einer neutralen Position.
  • Beuge deine Knie und spanne die unteren Unterleibsmuskeln an, indem du deinen Bauchnabel in Richtung deiner Wirbelsäule bewegst, ohne dabei den Atem anzuhalten.
  • Atme gleichmäßig, während du die Kontraktion des Unterleibs aufrechterhältst und für zehn Sekunden beibehältst.
  • Das sollte einmal täglich in drei Sätzen mit zehn Wiederholungen durchgeführt werden.
Bewege dein Knie in Richtung deiner Brust, um die Beweglichkeit zu verbessern. Eine verbesserte Beweglichkeit reduziert die Belastung der Wirbelsäule und kann Schmerzen und Verspannungen im Rücken verringern.
  • Beginne, indem du dich auf deinen Rücken legst und beide Knie anwinkelst.
  • Bewege dein Knie zu deiner Brust, bis du ein leichtes Ziehen im unteren Hüftbereich und der Wirbelsäule verspürst.
  • Halte diese Position für fünf Sekunden und senke dein Bein langsam.
  • Diese Übung kannst du einmal täglich mit zehn Wiederholungen durchführen.
Führe eine Dehnung der Achillessehne durch. Bei vielen Menschen mit degenerativen Wirbelsäulenveränderungen liegt eine Verspannung der hinteren Oberschenkelmuskeln vor. Diese Verspannungen können den Druck auf die Wirbelsäule vergrößern und zusätzliche Belastung der Wirbelsäule und Rückenmuskulatur verursachen.
  • Beginne, indem du dich mit einem erhobenen Bein auf den Rücken legst.
  • Lege ein Gymnastikband um den Fuß des erhobenen Beins.
  • Verwende das Band zur Unterstützung und hebe das Bein weiter an, bis du auf der Rückseite des Oberschenkels und des Knies ein Ziehen verspürst.
  • Halte diese Position für 30 Sekunden und senke das Bein langsam.
  • Diese Dehnübung kannst du einmal täglich für jedes Bein drei Mal durchführen.

 

Bluthochdruck: Eine Gefahr die oft unerkannt bleibt.

 

Bluthochdruck verursacht zwar häufig keine Beschwerden und hat oft auch keine bestimmte Ursache. Aber die Dauerbelastung erhöht das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Bluthochdruck ist leider sehr verbreitet , daher wär eine regelmässige Kontrolle unter gleichen Bedingungen sinnvoll (zB. morgens nach dem aufstehen).

 

Ein Hochdruck liegt dann vor, wenn die wiederholte Blutdruckmessung Werte von mindestens 140 zu 90 mmHg  liefert. Der höhere Wert ist dabei der sogenannte systolische Blutdruck. Er wird gemessen, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht (kontrahiert), um Blut in die großen Blutgefäße zu pumpen. Der niedrigere Wert ist der diastolische Blutdruck. Er misst den Blutdruck dann, wenn das Herz erschlafft ist. Grundsätzlich spiegeln die gemessenen Werte den Druck wieder, den der Herzmuskel durch das Blut auf die Gefäßwände ausübt.

 

Dauerhafter Bluthochdruck kann das Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und verschiedene andere Herz-Kreislauf- oder Gefäß-Erkrankungen beträchtlich steigern. Darüber hinaus können Schäden in Augen und Nieren auftreten.

 

Jeder hat vielfältige Möglichkeiten, den eigenen Blutdruck zuerst ohne die Hilfe von Medikamenten zu senken. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung trägt dazu ebenso bei, wie regelmäßige Bewegung und Sport. Beide Faktoren senken nachweislich den Blutdruck. Weitere Faktoren wie der weitgehende Verzicht auf Alkohol und Zigaretten wirken sich ebenfalls positiv aus. Darüber hinaus sollten Betroffene bestehendes Übergewicht langfristig und dauerhaft senken. Reicht die alleinige Umstellung des Lebensstils nicht aus, um den  Bluthochdruck ausreichend abzusenken, sollten Betroffenen blutdrucksenkende Medikamente einnehmen.

 

 

 

 

Die richtige Gehstocklänge finden

 

Um die richtige Länge einer Gehhilfe auszuwählen, stelle dich in Schuhen gerade hin und lasse deine Arme an den Seiten herunterhängen. Der obere Teil des Gehstocks sollte die Falte an der Unterseite deines Handgelenks erreichen. Wenn das Modell die passende Länge hat, sollte dein Ellbogen etwa 15-20° angewinkelt sein, wenn du den Gehstock im Stehen festhältst.

  • Als allgemeine Faustregel gilt: Die Länge einer Gehhilfe entspricht meist der Hälfte der Körperhöhe des Benutzers (inklusive Schuhe).
  • Falls deine Gehhilfe zu niedrig ist, musst du dich nach vorn beugen, um Halt darin zu finden. Falls sie zu hoch ist, musst du dich während der Benutzung auf deine verletzte Seite lehnen. Keine der beiden Optionen ist optimal. Ein perfekt angepasster Gehstock unterstützt dich beim Laufen und hilft dir beim Erhalten einer aufrechten Haltung.
Halte den Gehstock auf der gleichen Seite wie dein gesunder Fuß. Es mag nicht sehr einleuchtend klingen, aber es ist wahr. Wenn dein linkes Bein schmerzt, solltest du deinen Gehstock in der rechten Hand halten. Falls dein rechtes Bein schmerzt, halte den Gehstock in der linken Hand.
  • Warum ist das so? Wenn Menschen laufen, bewegen wir gleichzeitig unsere Hände und Füße. Aber wenn wir unseren linken Fuß nach vorn setzen, schwingen wir mit unserer rechten Hand; wenn wir unseren rechten Fuß nach vorn setzen, schwingen wir mit der linken Hand. Indem wir den Gehstock mit der Hand verwenden, die auf der gegenüberliegenden Seite unserer Verletzung liegt, stellen wir unsere natürliche Armbewegung nach, wodurch wir die Möglichkeit haben, beim Laufen einen Teil unseres Gewichts durch unseren Arm zu absorbieren.
  • Falls du einen Gehstock verwendest, um besser das Gleichgewicht halten zu können, solltest du ihn in deiner nicht-dominante Hand halten, damit du mit deiner dominanten Hand weiterhin Alltagsaufgaben erledigen kannst.

 

 

Bauchfett verlieren

Übermässiges Bauchfett wird mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2, Problemen mit der Gallenblase, Kolorektalkrebs und Brustkrebs in Verbindung gebracht. Die Notwendigkeit eines gesunden Lebensstils ist klar, die Etablierung eines solchen kann jedoch schwierig sein. Du kannst Bauchfett verlieren, wenn du an 3 Schlüsselkomponenten denkst: Ernährung, Sport und Lebensstil.

 

Ernährung

  • Vermeide raffinierten Zucker. Weißes Brot, Kuchen, Kekse, Eiscreme und Bonbons enthalten alle viele "schlechte" Kohlenhydrate und raffinierten Zucker. Dein Körper hat Schwierigkeiten bei der Umwandlung dieser Kohlenhydrate und des raffinierten Zuckers in Energie und lagert statt dessen Fett ein. Konzentriere dich auf Nahrungsmittel mit "guten" Kohlenhydraten und ohne raffinierten Zucker, wie z.B. Vollkornpasta, Haferflocken, Äpfel, Bananen, Brokkoli und Yamswurzel.
  • Iss mindestens 2 Stunden, bevor du ins Bett gehst, nichts mehr. Wenn du das Bedürfnis nach einem spätabendlichen Snack hast, beschränke dich auf 150 Kilokalorien und vermeide Kohlenhydrate. Ein kleiner Snack ist leichter zu verbrennen, während du schläfst.
  • Nimm einfach ungesättigte Fettsäuren in deine Ernährung auf. Laut dem Diabetes Care Journal kann eine Ernährung, die diese gesunden Fette enthält, die Zunahme von Bauchfett verhindern. Olivenöl, Leinsamen, Nüsse, Samen, Oliven, Sonnenblumen-, Färberdistel- und Rapsöl sind reich davon.
  • Nimm 5 kleine Mahlzeiten am Tag zu dir. Dies fördert deinen Stoffwechsel und heizt die Fettverbrennung deines Körpers ein.
  • Iss 3 bis 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag. Dies hält deinen Darm sauber und eliminiert Blähungen.
  • Iss mehr dunkle Schokolade. Zusätzlich zu einer Reihe von Vitaminen und Mineralien enthält dunkle Schokolade auch Kakao, von dem nachgewiesen wurde, dass er das Risiko von Blutgerinnseln verringert. Dunkle Schokolade gibt dir auch mehr Energie, indem die Serotonin- und Endorphinspiegel angehoben werden.
Sport
  • Fange mit Herzkreislauftraining an, um Bauchfett zu verbrennen. Laufen, Walking, Radfahren und andere Sportarten im aeroben Bereich helfen dir, deinen Herzschlag zu erhöhen und Fett zu verbrennen. Der Harvard Medical School Health Guide empfiehlt 5 Mal die Woche 30 Minuten Sport in mittlerer bis anstrengender Intensität.
  • Nimm Gewichtstraining oder Widerstandstraining in dein Programm auf. Wenn du deine Muskelmasse steigerst, verbrennt dein Körper mehr Fett, selbst wenn du in Ruhe bist.

 

Lebensstil.
  • Steh auf und bewege dich. Die Forschung hat gezeigt, dass viel Sitzen die Muskelstärke im Bauchbereich deutlich verringert.
  • Beschränke deinen Alkoholkonsum
  • Bekomme Stress in den Griff. In einer Studie der Universität von Yale wurden erhöhte Stress-Level mit übermäßigem Bauchfett in Verbindung gebracht.
  • Nimm die Treppe. Wähle möglichst immer die Treppe statt dem Aufzug und gehe statt zu fahren.
  • Trinke mehr Wasser. Indem du mindestens 8 Gläser Wasser am Tag trinkst, kannst du deine Verdauung fördern und dein Energielevel anheben.
  • Sit-Ups, Crunches und anderes derartiges Training hilft dir, deine Bauchmuskeln zu stärken, baut aber kein Fett ab.
  • Verbessere deine Haltung. Wenn du deine Schultern zurück ziehst und aufrecht stehst, sieht es so aus, als hättest du einen schlankeren Bauch.
  • Wenn du eine genetische Veranlagung für mehr Bauchfett hast, dann sei darauf vorbereitet, deine Anstrengungen zu erhöhen, um die gewünschten Ergebnisse zu erreichen.

Bei Stehberufen Fuß und Beinprobleme vermeiden

 

Langanhaltendes Stehen bei der Arbeit beschleunigt nicht nur Müdigkeit und Erschöpfung, sondern erhöht auch die Gefahr mancherlei Fuß- und Beinprobleme, weil es Knochen, Gelenke, Sehnen, Muskeln und Bänder belastet. Beim Stehen über lange Zeitspannen wird auch die Blutzufuhr zu den unteren Extremitäten erniedrigt, was zu Schmerzen führt. Außerdem kann langanhaltendes Stehen einen Blutstau in den Füßen oder rund um die Knöchel verursachen. Plattfüße, Plantarfasziitis, entzündete Fußballen, Ödeme, Krampfadern und Veneninsuffizienz sind alles Probleme, die mit langanhaltendem Stehen verbunden sind. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, diese Risiken zu verringern oder zu vermeiden; falls du bei der Arbeit viel stehen musst, lies weiter.

 

Bei der Arbeit sich öfter hinsetzen. Obwohl in unseren modernen Zeiten viele Berufe vorwiegend sitzende Tätigkeiten beinhalten, gibt es immer noch einige Stellen, die mit viel Stehen verbunden sind, zum Beispiel, Kassierer in Banken und anderen Geschäften, Fabrikarbeiter, Friseure und Friseusen, sowie verschiedene Stellen im Einzelhandel und auf Baustellen, um nur einige zu nennen. Oft gibt es jedoch Gelegenheiten zu sitzen und die Füße auszuruhen, ohne weniger zu arbeiten oder weniger produktiv zu sein; nimm solche Gelegenheiten wahr und lass deinen Vorgesetzten auch wissen, warum du das tust. Zum Beispiel kann es durchaus passend sein, zu sitzen, während du das Telefon beantwortest oder Schreibarbeiten erledigst, besonders, wenn keine Kunden zugegen sind.

 

Weil die Gewebe (Bänder, Sehnen, Knorpel, Faszien) ihre Elastizität und Stoßdämpfung über die Jahre verlieren, sind ältere Personen anfälliger für Fuß- und Beinleiden, die durch übermäßiges Stehen verursacht werden. 

 

Während des Mittagessens sitzen. Wenn du deine Mittagspause machst, stell sicher, dass du einen Sitz erwischst und deine Füße hochlagern kannst, während du isst und trinkst. Du magst es eilig haben, aber nimm die Gelegenheit wahr, deine Beine zu entlasten. Falls an deinem Arbeitsplatz nicht genügend Stühle oder keine Essecke vorhanden sind, dann bring entweder einen Faltstuhl oder Schemel mit, oder such einen anderen Ort, wo du gefahrlos hinsitzen kannst.Gastronomiebereiche in Einkaufszentren, Picknicktische, Wasserfontänen oder einfach sauberes Gras unter einem Baum sind lauter gute Plätzchen, um dich zu entlasten und dein Mittagessen zu genießen.

 

Sich während der Pausen hinsetzen. Sorge dafür, dass du alle dir zustehenden Pausen nimmst und versuche die ganze Zeit zu sitzen, wenn möglich mit hochgelagerten Füßen, was die Blutzirkulation aufgrund der weniger ins Gewicht fallenden Schwerkraft verbessert. Wenn du außerdem während der Pause die Schuhe ausziehst, werden deine Füße durch die Verdunstung abkühlen und „atmen“ können.

 

Erwäge auch, während der Pause deine nackten Füße über einen Golfball zu rollen. Das fühlt sich großartig an, erleichtert die Spannung in den Fußsohlen etwas und wird vielleicht sogar Plantarfasziitis (Schmerzen und Entzündung des Bindegewebes, das die Unterseite der Füße bedeckt) verhindern.

An einen anderen Platz stehen. Vorzeiten hatten die meisten Arbeitsplätze noch Holzböden, die eine gewisse Abfederung boten, obwohl sie ziemlich hart scheinen mögen. Heutzutage pflegen jedoch die meisten Geschäfte Betonböden oder Keramik- oder Marmorfliesen zu haben, die im Wesentlichen keine Abfederung, Stoßdämpfung oder isolierende Eigenschaften besitzen. Infolgedessen versuche, an einem Platz zu stehen, der mit elastischerem Material bedeckt ist, wie z.B. Holz. Falls das nicht möglich ist, dann wechsle oft deine Position, um etwas in Bewegung zu kommen, was die Blutzirkulation fördern und vielleicht auch den Spannungen in deinen Fuß- und Beinmuskeln Erleichterung schaffen wird.
Beton und Keramikfliesen führen leicht zu kalten Füßen, was schlecht für die Blutzirkulation ist; deshalb stehe an wärmere Plätze, wo es auch keinen Durchzug gibt.
Falls du im Freien arbeitest, suche begraste Stellen, auf denen du während der Arbeit oder während du auf deine nächste Aufgabe wartest, stehen kannst.

Auf einer Anti-Ermüdungsmatte stehen. Anti-Ermüdungsmatten wurden zur Entlastung der Füße und Beine entworfen; sie bieten eine gefederte Oberfläche, auf der man lange Zeit stehen kann. Normalerweise werden diese Matten aus dickem Gummi hergestellt, aber manche bestehen auch aus Schaumgummi, Leder, Vinyl oder sogar Holz. In vielen Fällen wird dich dein Arbeitgeber gerne mit einer Anti-Ermüdungsmatte versehen, wenn du darum bittest, weil sie bewiesenermaßen das Auftreten von Fuß- und Wadenproblemen verringern wird. Dicke Anti-Ermüdungsmatten können am Arbeitsplatz jedoch etwas gefährlich sein, denn Leute können darüber stolpern; sei also immer gewahr, wo sich deine Matte und deine Mitarbeiter befinden.
Auf einem Teppich stehen. Schau dich an deinem Arbeitsplatz nach einem Teppich um, auf dem du stehen und trotzdem deine Arbeit richtig verrichten kannst. Ein Teppich (sogar ein dünner, billiger) federt weit besser ab als Beton und wird deinen Füßen und Beinen helfen, die langen Arbeitsschichten zu überstehen. Falls an deinem Arbeitsplatz kein Teppich vorhanden ist, frage deinen Vorgesetzten, ob du ein Stück Teppich von zuhause bringen darfst.
Einige Teppichgeschäfte werden dir ein Teppichmuster, das groß genug ist, um darauf zu stehen, unentgeltlich geben.
Stelle sicher, dass die Unterseite des Teppichs nicht rutschig ist, ansonsten stehst du in großer Gefahr auszurutschen und hinzufallen.
Richtig passende Schuhe tragen. Ein bedeutender Prozentsatz von Leuten trägt Schuhe, die nicht passen, vielleicht, weil ihre Füße plötzlich größer geworden sind oder weil die Schuhe superbillig waren oder weil sie von einem Verwandten oder Freund geerbt wurden. Wie auch immer, trage zur Arbeit immer Schuhe, die richtig passen, wenn du Socken trägst. Falls du unbedingt ein nicht passendes Paar wählen musst, dann nimm lieber ein zu großes als ein zu kleines Paar, weil zu enge Schuhe oft zu Blasen und Fußverkrampfungen führen. Plane einen Schuhkauf immer an einem Nachmittag ein und lass dir die Schuhe von einer Verkäuferin anpassen, denn gegen Abend sind die Füße am größten, gewöhnlich weil sie angeschwollen sind und der Fußrücken etwas gestaucht ist. Beim Einkauf von Arbeitsschuhen ist die beste Strategie, auf Mode und Stil zu verzichten.
Keine hohen Absätze tragen. Für viele Berufstätigkeiten wird von Frauen oft erwartet – oder es wird Druck auf sie ausgeübt - , hohe Absätze zu tragen; aber mehr als 5 cm hohe Absätze können den Körper nötigen, sich nach vorne zu neigen, was Manches zwischen Füßen und Kreuz aus dem Gleichgewicht bringt. Das kann die Füße belasten, sowie Achilles-Sehnenentzündung, verspannte Wadenmuskeln, Knie- und Rückenschmerzen, und außerdem einen unsicheren Gang, verursachen. Ganz flache Schuhe tragen ist jedoch auch nicht die wahre Lösung, weil zu viel Druck auf die Ferse ausgeübt wird; trage also Schuhe mit einem etwa ½ cm bis 1½ cm hohen Absatz. Eine gute Wahl, wenn du bei der Arbeit stundenlang stehen musst, sind die meisten Sport- oder Wanderschuhe mit breiten Schuhkappen.
Keine engen Schuhe tragen. Schuhe mit hohen Absätzen sind oft zu spitz an den Zehen und drücken diese auf unnatürliche Weise zusammen; das erhöht die Gefahr schmerzhafter Ballen und unansehnlicher Schwielen. Cowboy-Stiefel und einige Slingback-Sandalen sind ebenfalls zu spitz an den Zehen, besonders wenn du vorhast, viel zu stehen. Stattdessen, wähle Schuhe, die deine Fersen fest umfassen, genügend Raum geben, um die Zehen zu bewegen, und innen genügend stützen, um Pronation (Einwärtsdrehung oder Einknicken des Fußknöchels) zu verhindern. Pronation kommt weit häufiger bei übergewichtigen Personen vor und ist oft mit Plattfüßen verbunden. 
Kompressionsstrümpfe tragen. Kompressionsstrümpfe stützen die Muskeln und Blutgefäße der Unterschenkel, und reduzieren dadurch Ödeme/Schwellungen und fördern die Durchblutung. Sie sind On-line, sowie in Sanitätshäusern und manchmal in Apotheken oder bei Physiotherapeuten erhältlich. Andererseits kannst du auch Stützstrumpfhosen oder stark gefütterte Socken tragen. Kompressionsstrümpfe sind besonders wichtig bei Personen, die an Veneninsuffizienz (undichte Venenklappen) oder an entzündeten Krampfadern leiden. Dicke, stark gefütterte Socken sind hilfreich, wenn dich während des Stehens die Fersen schmerzen.
Ein Fußbad nehmen. Schmerzen und Schwellungen können bedeutend reduziert werden, wenn du deine Füße und Unterschenkel in einem warmen Bittersalz-Bad einweichst. Das Magnesium des Salzes hilft die Muskeln entspannen. Falls Entzündungen und Schwellungen dein Problem sind, dann nimm nach dem warmen Bad noch ein Eisbad, bis sich deine Füße taub anfühlen (ungefähr 15 Minuten oder so).Um Ausrutschen und Hinfallen zu verhindern, trockne deine Füße immer gründlich ab, bevor du aufstehst und aus dem Fußbad gehst.
Bittersalz-Bäder helfen auch nachts bei Restless-Legs Syndrom (unruhige Beine), das sich negativ auf den Schlafrhythmus auswirkt.
Sich massieren lassen. Lass dir von einem Masseur oder verständnisvollen Freund eine Fuß- und Wadenmassage verabreichen. Massage vermindert Muskelspannungen und fördert die Blutzirkulation. Dabei sollte man von den Zehen aus zu reiben anfangen und sich zu den Waden hocharbeiten, um dem venösen Blut zu helfen, ins Herz zurückzufließen. Mit einer hölzernen Walze unter den Füßen kannst du dir auch selbst eine anständige Massage verpassen, ohne deine Hände zu überanstrengen. Erwäge auch, deine Füße mit einer Pfefferminzlotion zu behandeln, da diese auf der Haut prickeln und die Füße beleben wird. Mache nach der Massage einige Fuß- und Wadenstreckübungen mit beiden Beinen.Strecke die Wadenmuskeln, indem du, mit beiden Füßen flach auf dem Boden sowie mit einem gebogenen Knie und dem anderen Bein hinter dir gerade ausgestreckt, dich gegen eine Wand lehnst – 30 Sekunden lang halten und einige Male wiederholen.
Strecke deine Fußsohlen, indem du ein Tuch um deine Zehen wickelst und dann versuchst, dein Bein auszudehnen – 30 Sekunden lang halten und einige Male wiederholen.
Schuheinlagen tragen. Schuheinlagen sind maßgeschneiderte Einlagesohlen, die Senkfuß stützen, sowie für Stoßdämpfung und bessere Biomechanik des Fußes sorgen, was sich in weniger Fuß-, Bein- und Rückenschmerzen und vermindertem Risiko verschiedener Fuß- und Beinleiden auszahlt. Schuheinlagen sind besonders hilfreich, um Plantarfasziitis, ein sehr schmerzhaftes Leiden der Fußsohle, sowie Plattfüße zu behandeln und verhindern. Maßgeschneiderte Schuheinlagen können teuer sein, wenn sie nicht von der Krankenkasse bezahlt werden; Einlagesohlen von der Stange können jedoch ebenfalls von Vorteil sein.
Man schätzt, dass in den Vereinigten Staaten jedes Jahr ungefähr zwei Millionen Menschen wegen Plantarfasziitis behandelt werden müssen. 
Du wirst wahrscheinlich etwas größere Schuhe als gewöhnlich kaufen müssen, damit die Schuheinlagen passen.
Etwas abnehmen. Wegen des erhöhten Drucks auf ihre Füße haben im Allgemeinen übergewichtige oder beleibte Personen mehr Fußprobleme.  Plattfüße, Senkfüße, schwere Pronation und „X-Beine“ (Genu valgum in der medizinischen Sprache) sind alle verbreiteter unter Beleibten. Deshalb tu deinen Füßen einen Gefallen und nimm etwas ab. Nimm ab mit Hilfe von Herz-Kreislauf-Übungen (wie Spazierengehen) und Reduzierung der Kalorienzufuhr.
Die meisten Leute mit vorwiegend sitzender Lebensweise benötigen nur etwa 2000 Kalorien pro Tag, um ihre Körperfunktionen aufrecht zu erhalten und genügend Energie für leichte Bewegung zu haben. 
Wenn du deine Kalorienzufuhr um 500 Kalorien pro Tag reduzierst, wirst du ungefähr vier Pfund Fettgewebe pro Monat verlieren können.
 Tipps:
  • Ersetze regelmäßig die Schuhe; das ist, besonders für Stehpersonal, ein wichtiger Faktor, um Fußschmerzen zu vermindern.
  • Verlege während der Arbeit von Zeit zu Zeit das Gewicht von einem Bein auf das andere und versuche dann, mit einem Fuß vor dem anderen zu stehen, anstatt die Füße nebeneinander zu stellen.
  • Versuche auch, während der Arbeit mit einem Fuß etwas erhöht zu stehen (ein etwa 15 cm hoher Schemel ist dazu ideal).
  • Ferner wird es helfen, durch langanhaltendes Stehen verursachte Schwellungen zu vermindern, wenn du deine Füße höher als den restlichen Körper abstützst (gegen eine Wand oder auf einigen Kissen).
  • Wenn du ein Fußleiden hast, konsultiere einen Podologen (Fußspezialisten), um dich beraten zu lassen.